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PMS: Was ist das prämenstruelle Syndrom und was hilft dagegen?

Die 6 besten Tipps gegen PMS
Die 6 besten Tipps gegen PMS Wenn die Hormone verrückt spielen 00:01:08
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Gibt es PMS wirklich?

Das prämenstruelle Syndrom (PMS) gibt es in der Tat! Was für viele Männer zum Running-Gag geworden ist - ‚Ich glaub, die kriegt ihre Tage…‘ - und immer noch von einigen Ärzten als Anstellerei abgetan wird, ist für sehr viele Frauen ein riesiges Problem. Doch was ist PMS genau und was kann man dagegen tun? Wir verraten es Ihnen.

PMS ist keinesfalls eine Scheinkrankheit wehleidiger Frauen und hat auch nichts mit der ‚normalen‘ Ankündigung des weiblichen Zyklus zu tun. Viele Frauen leiden jeden Monat an den Tagen vor (=prä) dem Einsetzen der Regelblutung (= Menstruation) an körperlichen und psychischen Beschwerden.

PMS ist eine Krankheit

Seit dem Jahr 2000 ist PMS als Krankheitsbild definiert und anerkannt. Das Syndrom tritt bei Frauen jeden Alters auf und ist bei fünf Prozent der betroffenen so schwerwiegend, dass eine ärztliche Behandlung notwendig ist.

Symptome des prämenstruellen Syndroms

Kopfschmerz ist ein häufiges Symptome von PMS
Kopfschmerzen und Erschöpfung gehören zu den häufigsten Symptomen bei PMS © Getty Images, mapodile

Die Art und Schwere der Beschwerden, die PMS auslöst, sind von Frau zu Frau verschieden. Charakteristisch ist vor allem ihr regelhaftes Auftreten vor dem Menstruationszyklus und das Abklingen der Beschwerden nach der Blutung. Man kann zwischen körperlichen und psychischen Beschwerden unterscheiden:

Körperliche PMS-Symptome:

  • Schmerzhafte Schwellung der Brust
  • Kopfschmerzen
  • Rückenschmerzen
  • Schlafstörungen
  • Müdigkeit
  • Erschöpfung
  • Völlegefühl, Verstopfung, Durchfall, Blähungen, Übelkeit und Brechreiz
  • Gewichtszunahme durch Wassereinlagerungen
  • Hitzewallungen

Psychische PMS-Symptome:

  • Depressive Stimmung
  • Hoffnungslosigkeit
  • Stimmungsschwankungen
  • Angst und Anspannung
  • Nervosität
  • Reizbarkeit, Aggressivität
  • Konzentrationsstörungen
  • Veränderter Appetit, Heißhungerattacken

Die Ursachen von PMS

Aus wissenschaftlicher Sicht kann noch nicht beantwortet werden, welche Auslöser es für das prämenstruelle Syndrom gibt. Fakt ist aber, dass PMS mit dem Menstruationszyklus zusammenhängt, da es nur bei fertilen (fruchtbaren) Frauen auftritt. Unterdrückt man den Zyklus mit Medikamenten oder durch chirurgische Maßnahmen, bleiben die typischen Beschwerden aus.

Man vermutet, dass die Geschlechtshormone indirekt chemische Vorgänge im Körper beeinflussen, die mit PMS in Zusammenhang stehen. Deshalb gibt es zahlreiche Faktoren, die möglicherweise Auslöser für PMS sein könnten:

  • Ein erhöhter Prolaktinspiegel
  • Störung des Schilddrüsensystems
  • Herabgesetzte Drüsenfunktion der Nebennieren
  • Pilzinfektion
  • Ungleichgewicht von Östrogen und Progesteron
  • Gynäkologische Erkrankungen
  • Umweltgifte
  • Koffein
  • Falsche Ernährung
  • Vitamin- und Mineralstoffmangel
  • Nahrungsmittelallergien
  • Klinische Depressionen
  • Geringe körperliche Fitness
  • Stress
  • Traumatische Erlebnisse

Das prämenstruelle Syndrom ist eine sogenannte ‚multifaktorielle Erkrankung‘, bei der man davon ausgeht, dass mehrere Einflüsse für die Reaktion des Körpers verantwortlich sind.

Diagnose von PMS

Stimmungsschwankungen sind bei PMS keine Seltenheit
PMS wirkt sich nicht nur körperlich, sondern auch emotional aus © Getty Images/iStockphoto, Marjan_Apostolovic

Um eine eindeutige Diagnose für PMS stellen zu können, müssen andere Krankheitsbilder ausgeschlossen werden, die in ihren Symptomen ähnlich sind:

  • Endometriose
  • Wechseljahre
  • Schilddrüsenfehlfunktion
  • Fehlfunktion der Nieren
  • Psychiatrische Erkrankungen

Um die Ursache der einzelnen Beschwerden zu ermitteln, ist ein PMS-Kalender empfehlenswert, den die betroffene Frau führt und der dem behandelnden Arzt die Diagnostik erleichtert. Dieser Kalender wird täglich über mehrere Monate geführt und beinhaltet folgende Informationen:

  • Tage der Menstruationsblutung
  • Körperliches und psychisches Befinden
  • Ernährung
  • Besonderheiten (Stress, Belastungen, Schlaf, Aktivitäten, Partnerschaft)

Die Mühe lohnt sich: Der PMS-Kalender verschafft nicht nur einen Überblick über den Zyklus und die Beschwerden, sondern er hilft auch, ein gutes Körpergefühl zu bekommen.

Wichtig für die Diagnose von PMS ist auch die Messung der verschiedenen Hormonspiegel während eines Zyklus durch einen Arzt, um festzustellen, ob ein Ungleichgewicht vorliegt.

Behandlung von PMS

Eine medikamentöse Behandlung vom prämenstruellen Syndrom ist möglich.
Gegen PMS können Medikamente verschrieben werden. Konsultieren Sie auf jeden Fall Ihren Arzt.

Für die Behandlung des prämenstruellen Syndroms reicht der Gang zum Frauenarzt leider oft nicht aus, da häufig psychische Beschwerden im Vordergrund stehen. Um die seelischen Beschwerden gezielt zu therapieren, sollten Frauen mit PMS den Gang zum Psychologen nicht scheuen.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten der Therapie:

  • Schmerzmittel (Vorsicht bei langfristiger Anwendung und bei blutverdünnenden Mitteln mit Acetylsalicylsäure)
  • Medikamente zur Entwässerung des Körpers
  • Hormonelle Verhütungsmittel (allerdings kommt es hier bei einem Drittel der betroffenen Frauen zu einer Verschlechterung der psychischen Beschwerden)
  • Gestagene
  • Psychopharmaka (Antidepressiva)
  • GnRH-Analoga (Hierbei handelt es sich um ein Hormon, das die Ausschüttung von Sexualhormonen anregt)
  • Vitamin B6

Arzneimittel aus der Natur gegen PMS?

Arzneimittel aus der Natur haben sich besonders in der Frauenheilkunde bewährt, so dass Heilpflanzen eine sanfte, aber wirkungsvolle Alternative zu chemischen Medikamenten bei PMS darstellen können. Trotzdem ist auch hier die ärztliche Beratung unabdingbar.

  • Mönchspfeffer hilft sowohl gegen Reizbarkeit und depressive Verstimmungen, als auch gegen Akne und Spannungsgefühl in den Brüsten an den Tagen vor der Menstruation
  • Johanniskraut hat stimmungsaufhellende und stabilisierende Wirkung und hilft bei leichten Depressionen und innerer Unruhe
  • Hopfenzapfen (Lupuli strobulus) haben eine schlaffördernde und beruhigende Wirkung
  • Melisse hilft bei Nervosität
  • Passionsblume hilft bei innerer Unruhe
  • Baldrian wirkt beruhigend

Weitere Hausmittel gegen PMS

Neben pflanzlichen Wirkstoffen können Sie aber auch noch andere Maßnahmen ergreifen, um PMS den Kampf anzusagen:

Auch wenn es schwerfällt: Treiben Sie Sport! Es ist erwiesen, dass Sport glücklich macht. Außerdem kann regelmäßige Bewegung einen positiven Einfluss auf unseren Hormonspiegel nehmen. Also überwinden Sie sich und schlüpfen Sie in Ihre Sportschuhe, auch wenn Ihnen gerade mehr nach weinen zumute ist.

Entspannungs- und Atemübungen: Sie helfen Stress abzuschütteln, der unter anderem ein auslösender Faktor für PMS sein kann.

Die richtige Ernährung: Wenn Sie merken, dass sich das prämenstruelle Syndrom mal wieder von hinten anschleicht, können Sie auch auf die richtige Ernährung setzen. Versuchen Sie sich so ausgewogen und vitaminreich zu ernähren, wie es geht. Verzichten sollten Sie in dieser Zeit auf zucker- und salzhaltige Speisen sowie auf Koffein und Alkohol, da diese Lebensmittel die Symptome von PMS verstärken können.

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