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PMS: Was ist das Prämenstruelle Syndrom?

PMS - das prämenstruelle Syndrom
PMS wird auch "die Regel vor der Regel" genannt. © Piotr Marcinski - Fotolia

Gibt es PMS wirklich?

PMS gibt es in der Tat! Was für viele Männer zu Running-Gag geworden ist ("Ich glaub, die kriegt ihre Tage…") und von einigen Ärzten als Anstellerei abgetan wird, ist für 40 Prozent aller Frauen ein riesiges Problem.

PMS ist keinesfalls eine Scheinkrankheit wehleidiger Frauen und hat auch nichts mit der "normalen" Ankündigung des weiblichen Zyklus zu tun. Bis zu 40 Prozent aller Frauen leiden jeden Monat an den Tagen vor (=prä) dem Einsetzen der Regelblutung (= Menstruation) an körperlichen und psychischen Beschwerden.

Ein bisschen Selbstmitleid ist uns Frauen wohl gestattet: Jeden Monat haben wir diese nervige Regelblutung, Kinder kriegen gestaltet sich für uns auch äußerst schmerzhaft und wir erschaudern schon jetzt bei dem Gedanken an die Wechseljahre.

Und dann auch noch das: PMS - das Prämenstruelle Syndrom, gerne auch "die Regel vor der Regel" genannt, kommt mit klangvollem Namen, schmerzhaft geschwollenen Brüsten, reizbaren Verstimmungen und einigen anderen fiesen Symptomen daher.

PMS ist eine Krankheit

Mittlerweile ist das prämenstruelle Syndrom als Krankheitsbild definiert und anerkannt. Das Syndrom tritt überwiegend bei Frauen zwischen 30 und 40 Jahren auf und ist bei fünf Prozent der betroffenen Frauen so schwerwiegend, dass eine ärztliche Behandlung zwingend notwendig ist.

Symptome bei PMS

PMS - das prämenstruelle Syndrom
Kopfschmerzen und Erschöpfung gehören zu den häufigsten Symptomen bei PMS. © PhotoAlto/Menage a deux

Die Art und Schwere der Beschwerden sind von Frau zu Frau verschieden, charakteristisch ist vor allem ihr regelhaftes Auftreten vor dem Menstruationszyklus und das Abklingen der Beschwerden nach der Blutung. Man kann zwischen körperlichen und psychischen Beschwerden unterscheiden:

Körperliche PMS-Symptome:

- Schmerzhafte Schwellung der Brust

- Kopfschmerzen

- Rückenschmerzen

- Schlafstörungen

- Müdigkeit

- Erschöpfung

- Völlegefühl, Verstopfung, Durchfall, Blähungen, Übelkeit und Brechreiz

- Gewichtszunahme durch Wassereinlagerungen

- Hitzewallungen

Psychische PMS-Symtome:

- Depressive Stimmung

- Hoffnungslosigkeit

- Stimmungsschwankungen

- Angst und Anspannung

- Nervosität

- Reizbarkeit, Aggressivität

- Konzentrationsstörungen

- Veränderter Appetit

Die Ursachen von PMS

PMS - das prämenstruelle Syndrom
PMS tritt nur bei fruchtbaren Frauen auf. © picture-alliance/ dpa, Patrick Pleul

Aus wissenschaftlicher Sicht kann noch nicht beantwortet werden, welche Auslöser es für das prämestruelle Syndrom gibt. Fakt ist aber, dass PMS mit dem Menstruationszyklus zusammenhängt, da es nur bei fertilen (fruchtbaren) Frauen auftritt. Unterdrückt man den Zyklus mit Medikamenten oder durch chirurgische Maßnahmen, bleiben die typischen Beschwerden aus.

Man vermutet, dass die Geschlechtshormone indirekt chemische Vorgänge im Körper beeinflussen die mit PMS in Zusammenhang stehen. Deshalb gibt es zahlreiche Faktoren, die möglicherweise Auslöser für PMS sein könnten:

- Ein erhöhter Prolaktinspiegel

- Störung des Schilddrüsensystems

- Herabgesetzte Drüsenfunktion der Nebennieren

- Pilzinfektion

- Ungleichgewicht von Östrogen und Progesteron

- Gynäkologische Erkrankungen

- Umweltgifte

- Koffein

- Falsche Ernährung

- Vitamin- und Mineralstoffmangel

- Nahrungsmittelallergien

- Klinische Depressionen

- Geringe körperliche Fitness

- Stress

- Traumatische Erlebnisse

Das prämenstruelle Syndrom ist eine sogenannte "multifaktorielle Erkrankung", bei der man davon ausgeht, dass mehrere Faktoren gleichzeitig auftreten.

Diagnose von PMS

Diagnose von PMS
Um PMS zu diagnostizieren, müssen andere Krankheiten zunächst ausgeschlossen werden. © beltsazar

Um eine eindeutige Diagnose für PMS stellen zu können, müssen andere Krankheitsbilder ausgeschlossen werden, die in ihren Symptomen ähnlich sind:

- Endometriose

- Wechseljahre

- Schilddrüsenfehlfunktion

- Fehlfunktion der Nieren

- Psychiatrische Erkrankungen

Wichtig für die Diagnose von PMS ist vor allem die Messung der verschiedenen Hormonspiegel während eines Zyklus, um festzustellen, ob ein Ungleichgewicht vorliegt.

Um die Ursache der einzelnen Beschwerden zu ermitteln, ist ein PMS-Kalender empfehlenswert, den die betroffene Frau führt und der dem behandelnden Arzt die Diagnostik erleichtert. Dieser Kalender wird täglich über mehrere Monate geführt und beinhaltet folgende Informationen:

- Tage der Menstruationsblutung

- Körperliches und psychisches Befinden

- Ernährung

- Besonderheiten (Stress, Belastungen, Schlaf, Aktivitäten, Partnerschaft)

Die Mühe lohnt sich! Der PMS-Kalender verschafft nicht nur einen Überblick über den Zyklus und die Beschwerden, sondern er hilft auch, ein gutes Körpergefühl zu bekommen.

Weiterlesen: Die Behandlung von PMS

Behandlung von PMS

PMS
Bei schweren Fällen von PMS helfen Antidepressiva. © imagesource/science and medicine I

Für die Behandlung des prämenstruellen Syndroms reicht der Gang zum Frauenarzt leider nicht aus, da oft psychische Beschwerden im Vordergrund stehen. Um die seelischen Beschwerden gezielt zu therapieren, sollten Frauen mit PMS den Gang zum Psychologen nicht scheuen.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten der Therapie:

- Schmerzmittel (Vorsicht bei langfristiger Anwendung und bei blutverdünnenden Mitteln mit Acetylsalicylsäure)

- Medikamente zur Entwässerung des Körpers

- Hormonelle Verhütungsmittel (allerdings kommt es hier bei einem Drittel der betroffenen Frauen zu einer Verschlechterung der psychischen Beschwerden)

- Gestagene

- Psychopharmaka (Antidepressiva)

- GnRH-Analoga (Hierbei handelt es sich um ein Hormon, das die Ausschüttung von Sexualhormonen anregt)

- Vitamin B6

Bei PMS homöopathische Arzneimittel?

Homöopathische Arzneimittel haben sich besonders in der Frauenheilkunde bewährt, so dass Heilpflanzen eine sanfte, aber wirkungsvolle Alternative zu chemischen Medikamenten darstellen. Trotzdem ist auch hier die ärztliche Beratung unabdingbar.

- Mönchspfeffer hilft sowohl gegen Reizbarkeit und depressive Verstimmungen als auch gegen Akne und Spannungsgefühl in den Brüsten an den Tagen vor der Menstruation.

- Johanniskraut hat stimmnungsaufhellende und stabilisierende Wirkung und hilft bei leichten Depressionen und innerer Unruhe.

- Hopfenzapfen (Lupuli strobulus) haben eine schlaffördernde und beruhigende Wirkung.

- Melisse hilft bei Nervosität

- Passionsblume hilft bei innerer Unruhe

- Baldrian wirkt beruhigend.

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