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Plötzlich Stiefmutter: So finden Sie sich gut in Ihrer neuen Patchwork-Familie ein

Patchwork-Familie: Kinder brauchen Sicherheit

Was soll ich als Stiefmutter bloß tun? Mit der wachsenden Zahl der Patchwork-Familien in Deutschland steigt auch die Zahl der Stiefeltern und Stiefkinder gewaltig an. Vor allem Stiefmütter wissen dabei nicht genau, wie sie sich am besten gegenüber den Kindern verhalten sollen, die mit der neuen Beziehung in ihr Leben treten.

Die Psychologin Katharina Grünewald - selbst Mitglied in einer Patchwork-Familie - nimmt die Fragen vieler Stiefmütter und -väter auf und beschreibt in ihrem Buch ‚Glückliche Stiefmutter‘, worauf es in solchen Familien-Konstellationen besonders ankommt.

Die größten Unsicherheiten in Patchwork-Familien erleben natürlich die Kinder: Die alten Strukturen sind zerbrochen, plötzlich gibt es Fremde, die mitreden wollen. Das sorgt für Unsicherheiten und Konflikte. Manche Kinder entwickeln Verhaltensauffälligkeiten oder sind plötzlich sehr anfällig für Krankheiten.

Grünewald sieht darin einen Hilfeschrei der Kinder. Das Wichtigste, was Eltern und Stiefeltern den Kindern geben können und müssen ist Sicherheit, erläutert sie. Wichtig ist dafür eine gute Kommunikation zwischen den Ex-Partnern. Das Kind sollte erfahren, das seine Probleme und Fragen von beiden Seiten gesehen und bearbeitet werden und dass die Ex-Partner - bei allen Differenzen – möglichst sachlich und verlässlich reagieren.

Feste Strukturen geben Sicherheit

Strukturen, Rituale und Regeln geben einem Kind außerdem Sicherheit in einer neuen Familienkonstellation. Im Fall von Konflikten sollte es bestimmte Verfahren geben, mit denen Probleme gelöst werden. Das können etwa Einzelgespräche des unbeteiligten Partners mit dem Kind, gefolgt von einem gemeinsamen Gespräch sein.

Nach Möglichkeit sollten die Mahlzeiten oder wenigstens das Abendessen gemeinsam eingenommen werden. Und zu den Regeln gehört auf jeden Fall eine gerechte Aufteilung der Arbeiten im Haushalt. Das Kind sollte - seinem Alter entsprechend - eigene Aufgaben bekommen.

Eine wichtige Funktion im Ganzen erhält das leibliche Elternteil. Es muss wie ein Scharnier zwischen den Ansprüchen von Kind und Stiefmutter oder Stiefvater vermitteln.

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