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Placenta accreta: Mutter verliert beim Kaiserschnitt 5,6 Liter Blut - und überlebt

Dwan Capell und ihr Sohn Cassius.
Dawn Capell hat die Geburt ihres Sohnes Cassius überlebt - trotzt ihres hohen Blutverlustes. © Bulls | South West News Service, Steven Prouse / Newsteam, Bulls Press

Vierfache Mutter wäre fast bei der Geburt ihres Sohnes gestorben

Dawn Capell hat großes Glück, dass sie noch lebt. Denn bei der Geburt ihres Sohnes Cassius hat die 38-jährige Engländerin aus Banbury in der Nähe von Oxford 5,6 Liter Blut verloren und überlebte dank einer Notoperation und zahlreichen Blutkonserven. Nun warnt Capell vor der Gefahr von Placenta accreta, berichtet der 'Mirror'. Dabei ist die Plazenta mit der Gebärmuttermuskulatur verwachsen und löst sich deswegen nach der Geburt nicht - das Resultat können sehr starke Blutungen sein.

Kurz nachdem Capell ihr viertes Kind geboren hatte, kam sie mit lebensbedrohlichen Blutungen in den Operationssaal. Sie verlor 5,6 Liter Blut - fast so viel Blut, wie andere Frauen in ihrem ganzen Körper haben. Doch die Mediziner vom John-Radcliffe-Krankenhaus in Oxford kämpften um sie und schafften es schließlich, die Blutungen zu stoppen. Allerdings mussten die Ärzte ihre Gebärmutter entfernen.

Nun will die vierfache Mutter auf diese Gefahr aufmerksam machen. Denn Placenta accreta kann auch tödlich enden. Bei einem Kaiserschnitt ist das Risiko höher als bei einer normalen Geburt - auch Schwangere über 35 Jahren haben ein erhöhtes Risiko. Da es immer mehr Kaiserschnitte gibt und Frauen häufiger spät gebären, steigt auch die Gefahr dieser Störung der Plazentahaftung.

Dawn möchte anderen Frauen Mut machen

"Ich wusste nicht, ob ich jemals mein Baby auf dem Arm halten werde", sagte Capell dem 'Mirror'. "Ich erinnere mich, dass ich sehr starke Blutungen hatte. Ich verlor sehr schnell viel Blut. Ich habe zehn Blutkonserven bekommen", beschrieb sie den Moment direkt nach der Geburt von Cassius. "Ich dachte, dass ich sterben würde. Ich habe mich von meinem Partner und meinem Neugeborenen verabschiedet, denn ich wusste nicht, ob ich sie noch einmal wiedersehen würde", erinnerte sie sich. "Stunden später bin ich aufgewacht - zwar ohne Gebärmutter, aber ich habe überlebt."

Placenta accreta wurde bei Capell in der 28. Schwangerschaftswoche diagnostiziert. In der 36. Schwangerschaftswoche kam ihr Sohn zur Welt. Dass die Plazenta mit der Gebärmuttermuskulatur verwächst, tritt häufiger in Erscheinung, wenn die Schwangere bereits einen Kaiserschnitt hatte - auch die 38-jährige Engländerin hatte bereits zwei Kaiserschnitte.

Wenn Placenta accreta diagnostiziert wird, ist die sicherste Behandlungsmethode eine geplanter Kaiserschnitt, bei dem unter Umständen die Gebärmutter entfernt werden muss. "Ich möchte darauf aufmerksam machen und zeitgleich anderen Frauen, die das gleiche durchgemacht haben, zeigen, dass sie nicht alleine sind", erklärt sie. Und was gibt mehr Hoffnung und Mut, als Dawn Capell zusammen mit ihrem Sohn Cassius gesund und munter zu sehen?

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