Piratenpartei: Jasmin Maurer allein unter Männern

Jasmin Maurer passt überhaupt nicht ins Klischee der Computerfreaks.
Jasmin Maurer passt überhaupt nicht ins Klischee der Computerfreaks. © dpa, Uwe Anspach

Die Piratenpartei im Saarland führt eine Frau

Von der Piraten-Partei wissen wir einige Dinge ganz sicher: Sie ist irgendwie anders als die anderen Parteien. Und sie ist zur Zeit sehr erfolgreich. Erst in Berlin und jetzt im Saarland. 7,4 Prozent der dortigen Wähler haben die Partei in den Landtag gehievt. Und spätestens seit die Ergebnisse bekannt sind, steht die Chefin der Saarland-Piraten im Rampenlicht. Jasmin Maurer ist erst 22, macht zur Zeit eine Ausbildung zur IT-Systemkauffrau, darf also als durchaus computeraffin gelten.

Von Ursula Willimsky

Und sie hat - Piratendasein hin oder her - auch scheinbar spießige Seiten. So entnehmen wir einem Bericht des 'Focus', dass die junge Frau stolz darauf ist, dass sie trotz Wahlkampfes nur einen Tag von der Arbeit gefehlt habe. Aus diversen Presseberichten erfahren wir außerdem, dass sie Tiere liebt und schon mal eine Pflegestation für Kleintiere hatte. Dass sie gerne Spazieren geht und über Mittelaltermärkte schlendert.

Dass sie Kampfsport betreibt und dass ihre Mama inzwischen auch Mitglied bei den Piraten ist. Dass "Transparenz" in der Politik eines ihrer Hauptziele ist und dass sie die Frauenquote nicht unterstützt, weil "unter uns das Geschlecht keine Rolle spielt".

Im Landesvorstand ist sie allein unter Männern. Gefühlt wurde die Piraten-Partei ja tatsächlich bisher eher als männlich-dominierte Partei wahrgenommen, als eine Gruppe von Computer- und Internetfans, die auch in der Politik mitmischen wollen.

Läutet die Piratenpartei eine neue Politik-Ära ein?

Maurer stieß erst vor drei Jahren zu der Gruppe, die sie selbst als "Mitmach-Partei" sieht. Eine 22-Jährige, die im Landtag das Ruder einer Partei in Händen hält. Ist das das Signal zu einer neuen Politik-Ära? So wie vor etwa 30 Jahren, als schon mal eine Partei Schlagzeilen machte, weil deren Vertreter in Turnschuhen zu wichtigen Sitzungen kamen? Welche Schuhe Jasmin Maurer am Wahltag trug, wissen wir leider nicht. Aber ihr Outfit – Jeansjacke und blaues T-Shirt – unterschied sich immerhin deutlich vom klassischen Kostüm oder Hosenanzug, in denen sich andere Politikerinnen gerne zeigen.

Sind die "Piraten" eine politische Mode? Oder Repräsentanten einer neuen Generation, die sich eben auch neue politische Vertreter sucht? Immerhin lockten die Piraten laut einer ZDF-Umfrage sehr viele Menschen an die Urnen, die ohne diese Partei angeblich gar nicht erst wählen gegangen wären. 25 Prozent der Erstwähler entschieden sich für die Piraten.

Ob Ereignisse oder Entscheidungen wirklich neue Weichen stellten, lässt sich ja meist erst in der Rückschau entscheiden. Wie ist denn Eure Meinung? Haben die Piraten eine Zukunft als politische Kraft in Deutschland? Bringen sie frischen Wind in die Politlandschaft? Oder seht ihr in ihnen eher eine Randerscheinung?

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