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Pinkeln - vier große Mythen ums Wasserlassen

Hilft Urin wirklich gegen Pickel?

Zeit für eine kleine Pinkelpause? Tag für Tag arbeitet unsere Blase auf Hochtouren. Kein Wunder eigentlich, denn was wir trinken und über wässrige Speisen wie Suppe zu uns nehmen, muss irgendwie wieder ausgeschieden werden. Jeden Tag verpieseln wir im Durchschnitt 1,5 Liter Urin, wie Tim Boltz und Jule Gölsdorf in ihrem neuen Pipi-Buch 'Harn aber herzlich' (Piper-Verlag) schreiben. Grund genug, sich mal etwas ausführlicher mit dem Thema zu beschäftigen. Wir haben die wichtigsten Pinkel-Mythen unter die Lupe genommen.

1. Kann die Blase platzen?

Dieses Gefühl kennt wohl jeder: Die nächste Autobahnraststätte ist noch zig Kilometer entfernt, aber die Blase ist voll bis oben hin. Harndrang ohne Ende. Eine Frage liegt da auf der Hand: Kann die Blase irgendwann platzen? Durch den extremen jedenfalls Harndrang nicht, schreiben Boltz und Gölsdorf. Eine menschliche Blase fasst zwar höchstens 1,5 Liter Flüssigkeit, aber sie reißt höchstens bei einem Unfall. Wer trotz extremem Harndrang nicht pinkelt, riskiert einen Rückstau bis in die Nieren. Der kann auf Dauer gefährlich werden und zu einer Urosepsis (Urinvergiftung) führen.

2. Macht Urin Schuhe weich?

Die neuen Schuhe sind zu eng? Einfach reinpinkeln. Den Trick kennen wir spätestens seit dem Film 'Manta, Manta'. Aber funktioniert das wirklich? Könnte tatsächlich klappen, sollten Sie aber nicht ausprobieren. Denn Wasser hat den gleichen Effekt. Und Wasser ist - im Gegensatz zu Urin - geruchsneutral. Vorteil H2O!

3. Hilft Urin gegen Pickel?

Nein. Zumindest gibt es keinen wissenschaftlichen Beweis dafür, dass Pickel verschwinden, wenn sie regelmäßig mit Eigenurin eingerieben werden. Klar ist allerdings, dass die darin enthaltene Harnsäure die ohnehin schon irritierte Haut auf Dauer zusätzlich reizt. Also, bei akuter Akne lieber Finger weg vom Mittelstrahl und ab zum Dermatologen.

4. Ist es gesund, Eigenurin zu trinken?

Angeblich stärkt ein Gläschen frischer Eigenurin am Morgen das Immunsystem. Eklige Vorstellung, oder? Das Ganze hat auch keinen Sinn, sagen Mediziner. Denn Urin ist einfach nur ein Abfallprodukt des Körpers - es hat weder Vorteile noch Nachteile, den eigenen Urin zu trinken (der übrigens hauptsächlich aus Wasser, Harnstoff und Elektrolyten besteht).

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