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Pille danach - Wirkung und Anwendung

Das sind die Gefahren der Pille danach
Das sind die Gefahren der Pille danach Seit einem Jahr rezeptfrei erhältlich 00:02:01
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Pille danach: Zwei Wirkstoffe können Eisprung verhindern

Die Pille danach sorgt immer wieder für Zündstoff. Das Medikament kann mit hoher Wahrscheinlichkeit eine ungewollte Schwangerschaft auch nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr verhindern. Seit März 2015 ist die Pille danach nun rezeptfrei. Wir zeigen Ihnen, was Sie über das Medikament wissen sollten.

Pille danach - Wirkung und Anwendung
Die Pille danach ist ein Verhütungsmittel. © dpa, Rolf Vennenbernd

Für die Pille danach sind derzeit zwei Wirkstoffe zugelassen: Ulipristal und Levonorgestrel. Den Wirkstoff Levonorgestrel gibt es bereits seit einem längeren Zeitraum, für das Präparat 'PiDaNa' gibt es umfassende Studien. Die Pille danach mit dem Wirkstoff Levonorgestrel muss innerhalb von 72 Stunden nach dem Geschlechtsverkehr eingenommen werden.

Der zweite zugelassene Wirkstoff ist Ulipristal. Das Präparat 'EllaOne' ist seit 2009 zugelassen, entsprechend sind evtl. Langzeitwirkungen noch nicht erforscht. Die Pille danach mit dem Wirkstoff Ulipristalacetat sollte innerhalb von 120 Stunden nach dem Geschlechtsverkehr eingenommen werden.

Pille danach kann keine Schwangerschaft abbrechen

Beide Wirkstoffe unterdrücken oder verzögern den Eisprung (Ovulation). Wird die Pille danach mit Levonorgestrel vor dem Eisprung eingenommen, wird der Anstieg des Hormons verhindert, das den Eisprung einleitet. Dadurch hemmt die Pille danach die Weiterentwicklung und Reifung des Eibläschens oder den Eisprung selbst. Studien mit Ulipristalacetat weisen darauf hin, dass der Wirkstoff ausschließlich den Eisprung verzögert.

Die Wirkstoffe haben keinen Einfluss auf die Gebärmutterschleimhaut und die Einnistung. In Studien konnte nachgewiesen werden, dass mit der Pille danach die Einnistung eines befruchteten Eis nicht verhindert werden kann. Wird die Pille danach am Tag des Eisprungs oder einen Tag nach dem Eisprung eingenommen, ist die Wahrscheinlichkeit entsprechend hoch, dass sie nicht wirkt. So werden rund 12 Prozent aller Frauen trotzdem schwanger, denn die individuelle Beratung beim Arzt fällt weg und in der Apotheke findet nicht immer eine diskrete und intensive Beratung statt.

Da die Pille danach ausschließlich den Eisprung verhindert oder verzögert, kann sie auch nach dem Geschlechtsverkehr verhüten: Sie verhindert ganz einfach die Befruchtung des Eis. Das funktioniert allerdings nicht immer. Wenn der Geschlechtsverkehr zum Zeitpunkt des Eisprungs stattgefunden hat, kann die Pille danach eine eintretende Schwangerschaft nicht mehr aufhalten. Mit der Pille danach kann außerdem nachträglich keine Schwangerschaft abgebrochen werden.

Außerdem verliert die Pille danach mehr und mehr an Wirksamkeit, wenn die Frau, die sie einnimmt, 70 Kilogramm oder schwerer ist. Was viele Frauen ebenfalls nicht wissen ist: Die Pille danach ist KEIN nachträgliches Verhütungsmittel für den restlichen Zyklus und damit auch definitiv kein Freifahrtschein für ungeschützten Geschlechtsverkehr.

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