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Phototropie: So funktioniert die Magie der selbsttönenden Sonnenbrille

Phototropie: So funktioniert die Magie der selbsttönenden Sonnenbrille
Im Schatten (oben links) hell, in der Sonne dunkel: Selbststtönende Sonnenbrillen sorgen immer automatisch für das richtige Maß an Schutz und Durchblick.

Selbsttönende Sonnenbrille: So funktioniert die Magie

Sommerzeit ist Sonnenzeit. Es tut sehr gut, nach dem langen dunklen Winter wieder Sonne zu sehen, andererseits birgt die Sonne auch erhebliche Risiken in Form von UV-Strahlen. Die energiereiche Strahlung bedroht nicht nur die Haut, sondern auch die Augen. Eine vernünftige Sonnenbrille ist deshalb im Sommer Pflicht.

Brillenhersteller Rodenstock geht noch einen Schritt weiter: Seine neuen Sonnenbrillen mit selbsttönenden Gläsern sind angeblich nicht nur vernünftig, sondern sogar intelligent! „Blitzschnell“ – so das Werbeversprechen – passen sich die getönten Gläser den aktuellen Lichtverhältnissen an. Kommt die Sonne plötzlich hinter den Wolken hervor, vertieft sich die Tönung und bietet unmittelbar Schutz. Wir machen den Test.

Die Brille im klassischen, derzeit wieder sehr angesagten Piloten-Design ‚Aviator‘ ist federleicht. Ihre Gläser sind auch im Stand-By leicht grün-grau getönt. Prima: die Grundtönung hilft dabei, die individuell passenden Gläser auszuwählen. Also nichts wie raus in die gleißende Nachmittags-Sonne!

Wer jetzt allerdings erwartet, dass die Brille wie der Dimmer an einer Lampe die Sonne abdunkelt, wird enttäuscht: Die Brillengläser tönen sich derart subtil ein, dass es das Auge nicht einmal bemerkt. Außer: es gibt kein Gleißen, kein Augen-Zusammenkneifen, keine Blendung: Also optimal!

Der ganze Vorgang läuft in wenigen Sekunden ab. Wir müssen die Brille absetzen, um die neue, intensiv dunkle Tönung der Gläser beurteilen zu können. Und schon – Augen zusammengekniffen! - ist die Sonne wieder da. Also schnell die Brille wieder aufgesetzt und entspannt.

Woher kommt die Intelligenz der Sonnenbrille?

Wie kann es überhaupt sein, dass eine Brille merkt, dass die Sonne scheint? Und wie kann sich eine Brille dann selbständig einfärben? Reicht dazu ‚Intelligenz‘ oder handelt es sich bereits um Magie? Das Prinzip ist relativ einfach: Man benötigt lediglich eine Farbe, die bei Zufuhr von Energie in Form von UV-Strahlen intensiver wird. Der Fachmann sagt, sie ist ‚phototrop‘. Mit dieser Farbe wird der Kunststoff, aus dem die Brillengläser bestehen, eingefärbt. Farben, die das leisten, findet die Forschungsabteilung von Rodenstock natürlich nicht im Malkasten, sondern erst durch die intensive Arbeit der hauseigenen Forschungsabteilung. Das ist recht kostspielig: Ein Gramm der verwendeten phototropen Farben kostet zwischen 25 und 60 Euro. Das ist etwa das Doppelte des Goldpreises.

Laut Rodenstock-Labor ist die Sonnenbrille – je nach Farbe – im Standby zwischen 30 und 45 Prozent eingefärbt. Für diese Grund-Einfärbung, die die Sicht, etwa in Räumen, so gut wie gar nicht beeinträchtigt, ist ein zweites, konventionelles Farb-Pigment zuständig.

Noch einmal zurück zur ‚magischen‘ Komponente der Sonnenbrille: Das Farb-Pigment, dass sich in der Sonne so stark intensiviert, dass es die Brillengläser abdunkelt und einen Filtergrad von 90 Prozent erreicht, muss sich ja, wenn ich aus der Sonne in den Schatten komme, wieder entfärben, damit ich trotz Sonnenbrille auch in dunklen Räumen den vollen Durchblick habe. Wie schnell geht das wohl?

Also raus aus der Sonne und rein in den Schatten der RTL-Mall unter den Türmen des Kölner Doms! Na, wird’s bald! Anfangs ist die Sonnenbrille noch recht schwarz. Aber kaum ist dieser Gedanke zu Ende gedacht, stellt sich die Durchsicht wieder ein.

Ja, es dauert ein paar Sekunden länger, dass die Sonnenbrille auf Standby umschaltet, als umgekehrt. Die Experten sagen, das sei physikalisch bedingt. Unzufriedenheit stellt sich aber dennoch nicht ein: Schließlich darf die Brille auf der Nase bleiben. Das umständliche Kramen nach dem Etui entfällt und vielleicht auch die eine oder andere Gelegenheit, die Sonnenbrille auf Nimmerwiedersehen irgendwo liegen zu lassen.

Die intelligente Sonnenbrille bietet Hersteller Rodenstock in einer ganzen Reihe von Farbtönen – wahlweise auch mit Spiegel-Finish und einer riesigen Palette von Fassungen an. Natürlich kann auch die Brille mit Sehstärke und sogar eine Gleitsichtbrille zur intelligenten Sonnenbrille aufgerüstet werden.

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