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Phobien: Wenn die Angst zur Krankheit wird

Phobien - mehr als nur eine Abneigung

Spinnen und Kröten finden ja viele Menschen nicht toll. Auch zum Zahnarzt gehen die wenigsten wirklich gerne. Solange diese Abneigung nicht zur großen Belastung wird, ist es auch kein Problem - wird die Angst vor einem Lebewesen, einer Situation oder einem Gegenstand allerdings so stark, dass sie Panikattacken, Schweißausbrüche und Herzrasen auslöst, spricht man von einer Phobie. Die Angst vor diesen genannten Dingen trifft sicher bei den Meisten auf Verständnis, doch es gibt auch Phobien, die nicht selten erst einmal Kopfschütteln, ungläubige Blicke und auch Mal einen Lacher ernten.

Dabei ist das für die Betroffenen alles andere als witzig. Die Angst vor Knöpfen kann man ja noch ganz gut verstecken und umgehen. Gibt es doch genügend Kleidungsstücke und Bettwäsche, die ohne Knöpfe auskommen. Leidet man aber zum Beispiel an einer Regenphobie, bekommt man bei unserem mitteleuropäischen Wetter schnell ein echtes Problem.

Manche Phobien sind an bestimmte Schlüsselreize gekoppelt: Die Angst vor spitzen Gegenständen, Fröschen, Vögeln, Spritzen, Büchern oder Hunden tritt in dem Moment auf, in dem die Betroffenen dem jeweiligen Reiz ausgesetzt sind und geht auch wieder vorbei, wenn der Reiz wieder weg ist.

Weiter gibt es Phobien, die eher diffusen Charakter haben. So kann die Angst vor Ohnmacht, Angst vor einem Fehler, vor einer Erkrankung oder vor Dieben auch ohne das Eintreten des tatsächlichen Ereignisses zu großer Panik führen. Den Phobien gemein ist die Physische und Psychische Überreaktion, die Behandlungswürdig sein kann.

Nicht jede Phobie muss behandelt werden

Meist begegnen Betroffene den Phobien mit einer Vermeidungstaktik. Das kann aber auch zur Folge haben, dass die Vermeidung auf ähnliche Situationen übertragen wird und damit weitere Phobien entstehen. Daher haben betroffene Angstpatienten oftmals mehr als eine Phobie.

Phobien entstehen oft durch eine Negativerfahrung, die dann eine Verbindung der jeweiligen Sache mit Gefahr nach sich zieht. Allerdings können sich Phobien auch durch Situationen entwickeln, die betroffene gehört, oder sich selbst vorgestellt haben. Sie übertragen diese Situationen dann in ihr Leben und erkennen darin eine Gefahr für sich.

Ob eine Phobie behandelt werden muss oder nicht, sollte im Einzelfall genau geprüft werden. Eine Behandlung ist nicht selten sehr anstrengend und langwierig. Ist die Angst nicht so stark ausgeprägt, oder betrifft eine Situation, der ein Betroffener nahezu nie ausgeliefert ist, ist eine Behandlung nicht zwangsläufig nötig. Beeinträchtigt die Phobie aber das Tägliche Leben derart, dass ein normales Leben nicht mehr möglich ist, sollte etwas dagegen unternommen werden.

Will man die Phobie bekämpfen so kommt man um eine Behandlung bei einem entsprechend erfahrenen Psychotherapeuten nicht herum. Eine medikamentöse Behandlung gibt es nicht. Auch eine Art Schock-Therapie, bei der der Betroffene unkontrolliert der entsprechenden Situation ausgesetzt wird, ist nicht ratsam. Dies führt schnell zu neuen Phobien oder der Intensivierung derselben.

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