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Phasen der Liebe: Stressige und schöne Zeiten einer Partnerschaft

Phasen der Liebe: Stressige und schöne Zeiten einer Partnerschaft
Paare durchleben Berg- und Talfahrten in ihrer Beziehung. © Anna Zielinska

Phasen der Liebe in einer Beziehung verlaufen mal mehr und mal weniger stressig

Dass eine Beziehung häufig eine Berg- und Talfahrt ist, muss fast jeder feststellen, der über eine längere Zeit mit seinem Partner zusammen ist. Es kann nicht immer glatt im Leben laufen - und das muss es auch nicht. Schließlich ist der Partner genau für diese Situationen der Fels in der Brandung. Doch es gibt Dinge, die einen dazu veranlassen, selber dem Stress zu verfallen und mit in das Beziehungsglück zu schleppen. Der Stress im Job, der Stress einer gesundheitlichen Erkrankung oder auch der Stress der Veränderung der Lebensumstände, der durch ein Kind entsteht.

Manuela Schicka von der Universität Genf hat sich mit der Frage beschäftigt, in welcher Lebensphase und mit welcher Art von Stress Paare am besten klarkommen. Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, erhob sie Daten von 721 Schweizer Paaren, die sie über einen Zeitraum von 13 Jahren begleitete. Um einen Unterschied zwischen vorhersehbaren und unvorhersehbaren Stress herauszustellen, teilte sie die untersuchten Lebensereignisse in 'normativen Stress' und 'nicht normativen Stress' ein.

Die Geburt eines Kindes oder das flügge Werden des Nachwuchses, ähnlich wie der Rentenbeginn, sind normativ stressreiche Lebensereignisse. Dabei handelt es sich um gewöhnliche Begebenheiten, mit denen beinah jeder konfrontiert wird und gezwungen wird umzugehen. Dinge, wie Arbeitslosigkeit oder schwere Erkrankungen gehören zur Gruppe der 'nicht normativen' Ereignisse.

Die glücklichste Phase einer Partnerschaft

Auch wie die Umsetzung mit dem Stress umzugehen erfolgt, hat Manuela Schicka sich angeschaut. Lösten Paare ihre Probleme lieber alleine und verschwiegen sie sie oder lösten sie Probleme, indem sie gemeinsam darüber sprachen? Das Ergebnis ist ernüchternd: Die Lebensphase hatte nichts damit zu tun, wie Probleme und Stress verarbeitet wurden. Dafür aber die Art damit umzugehen. Offenbar wurden Belastungen, die offen angesprochen wurden, besser verkraftet.

Erstaunlich war, dass – unabhängig vom Umgang mit Stress und Problemen – Einschnitte im Leben das Streitpotential zwischen Paaren mehr schüren, als andere. Schwere Erkrankungen führten seltener zu Streitereien, als die Geburt eines Kindes oder der Verlust des Jobs. Woran das liegen könnte? Die Wissenschaftlerin vermutet, dass der Einfluss, den man auf den Ausgang eines Problems hat, eine Rolle spielt. Während für die Ursachen einer Krankheit keiner verantwortlich erklärt werden kann, hat man auf den Verlust seiner Arbeitsstelle eher Einfluss.

Hingegen vieler Meinungen, dass ein Baby die Krönung der Liebe zweier Menschen ist, offenbarte die Studie, dass die wahre Zufriedenheit mit dem Rentenalter kommt. Kinder bürgen in der Partnerschaft die Gefahr, dass die Partnerschaft zur Zerreißprobe wird. Am häufigsten verbringen Paare ihre glücklichste Zeit offensichtlich an ihrem gemeinsamen Lebensabend: Ergraut, faltig und mit vielen gemeinsamen zusammenschweißenden Erinnerungen – gute, wie schlechte – und Hand in Hand vorm Kamin.

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