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Pflegegeld: Die Pflegegrade entscheiden über die Leistungen

ARCHIV - ILLUSTRATION - Eine Pflegehausbewohnerin in einem Seniorenzentrum hält sich am 24.09.2009 in ihrem Bett an einem Haltegriff fest, im Hintergrund steht eine Pflegekraft. Der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) zieht am Freitag (
Für die Höhe des Geldes sind die sogenannten Pflegegrade relevant. Es gibt insgesamt fünf Pflegegrade. © dpa, Angelika Warmuth, mac htf wst mg mov tba amu sja f

Pflegegeld: 'Ehrenamtliche Betreuung' muss beantragt werden

Pflegebedürftige können Leistungen aus der Pflegeversicherung bekommen. Wie viel das ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab, zum Beispiel wie pflegebedürftig die Person ist, oder aber auch, ob die Angehörigen selber pflegen oder eine Heimversorgung ansteht.

Ansprechpartner für Leistungen aus der Pflegeversicherung ist immer die Pflegekasse des Pflegebedürftigen. Er oder sie muss die Leistungen auch selber beantragen. Wenn der Pflegebedürftige das nicht mehr selber kann, ist es wichtig, dass Angehörige (oder aber auch Freunde oder der Arzt) eine Ehrenamtliche Betreuung (früher Vormundschaft) beim Amtsgericht beantragen. Eine gerichtliche Betreuung ist nicht erforderlich, wenn der Pflegebedürftige, als er noch geschäftsfähig war, eine Vorsorgevollmacht ausgestellt hat. Der Antrag ist in der Regel nicht kompliziert. Meist reicht ein formloses Schreiben. Rufen Sie einfach vorher bei der Pflegekasse an, wie es dort gehandhabt wird.

Für die Höhe des Geldes sind die sogenannten Pflegegrade relevant - insgesamt gibt es fünf Pflegegrade. Wer in welche eingeordnet wird, entscheidet die Pflegekasse aufgrund des Gutachtens des MDK, also dem Medizinischen Dienst der Krankenversicherung. Bei seinem Besuch ermittelt der Gutachter den Hilfebedarf des Menschen. Die Pflegesachverständige Manuela Raiss empfiehlt, sich auf den Besuch des MDKs gründlich vorzubereiten, und zwar mit Hilfe eines Pflegetagebuchs.

Vor dem 1. Januar 2017, als es die Pflegestufen noch gab, kam es bei der Einstufung auf die Zeitdauer an, die eine Pflegeperson für die Pflege benötigt hat. Seit dem 1. Januar 2017 ist der Maßstab der Grad der Selbstständigkeit und inwiefern jemand im Alltag auf Hilfe angewiesen ist.

Um den Pflegegrad zu bestimmen, werden sechs Lebensbereiche geprüft: Mobilität (z.B. Treppensteigen, Fortbewegen innerhalb der Wohnung), Verhaltensweisen (z.B. örtliche und zeitliche Orientierung), kognitive und kommunikative Fähigkeiten (z.B. nächtliche Unruhe und Ängste), Selbstversorgung (z.B. An- und Auskleiden und Körperpflege), Umgang mit krankheits- und therapiebedingten Anforderungen und Belastungen (z.B. Medikation und Arztbesuche) sowie Gestaltung des Alltagslebens und soziale Kontakte (z.B. Interaktion und Kontaktpflege mit Personen). Für die einzelnen Bereiche werden Punkte vergeben. Der Pflegegrad ergibt sich aus der erreichten Gesamtpunktzahl.

Pflegekasse: Wie viel Hilfe steht Ihnen zu?

Wenn Angehörige oder aber auch Nachbarn oder Freunde, den Pflegebedürftigen zu Hause pflegen, bekommt der Pflegebedürftige 'Pflegegeld'. Das kann er seinen Helfern dann zukommen lassen.

Im Moment sind das pro Monat zwischen 316 Euro (Pflegegrad 2) und 901 Euro (Pflegegrad 5). "Grundsätzlich wird Pflegegeld nur bei häuslicher Pflege gezahlt. Manche Pflegebedürftige werden jedoch stationär in einem Pflegeheim und - beispielsweise am Wochenende oder in den Ferien - zu Hause betreut. In diesem Fall zahlt die Pflegeversicherung für jeden Tag der häuslichen Pflege anteilig Pflegegeld unter Anrechnung der Leistungen des stationären Pflege.", sagt Gabriele Baron von der Techniker-Krankenkasse. Die Sätze der Pflegeversicherung gelten für alle Kassen gleichermaßen.

Übernimmt ein Pflegedienst die Pflege oder einen Teil der Pflege können 'Pflegesachleistungen' beantragt werden. Hier gibt es derzeit zwischen 689 Euro (Pflegegrad 2) und 1.995 Euro (Pflegegrad 5). Für die Pflege in einem Heim übernimmt die Pflegeversicherung einen Teil der Kosten, auch hier je nach Aufwand der Pflege. 

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