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Pflege zu Hause: So kann die Alternative zum Altenheim aussehen

Plege zu Hause und im Ausland

Nachdem Undercover-Reporterin Pia Osterhaus eklatante Missstände in Alten- und Pflegeheimen aufgedeckt hat, fragen sich viele nun: Was tun, wenn die Angehörigen nicht mehr für sich selbst sorgen können? Wir zeigen, wie die Pflege zu Hause aussehen kann und warum sich immer mehr Deutsche für ein Pflegeheim im Ausland entscheiden.

Über mehrere Wochen hat Pia Osterhaus menschenunwürdige Umstände in Pflegeheimen dokumentiert und oft erlebt, wie das Pflegepersonal an seine Grenzen stößt. Das Thema hat ganz Deutschland bewegt und ein großes Medienecho ausgelöst. Viele Zuschauer reagierten geschockt auf die Undercover-Berichte: „Ich habe Angst, alt zu werden!“

Auch aus diesen Gründen entscheiden sich manche, einen anderen Weg einzuschlagen. Michael Bolten pflegt seine demenzkranke Mutter und den an Parkinson erkrankten Vater rund acht Stunden täglich zu Hause. Doch als die Verfassung seiner Eltern immer schlechter wird, holt er sich Unterstützung durch eine Vollzeit-Pflegerin aus Polen. Denn nach einem kurzen Aufenthalt in einem Altenheim war für den Tennistrainer klar: Nie wieder Pflegeheim.

Die Vereinbarung von Job und Pflege der Eltern bleibt eine Herausforderung – auch für den Ehepartner. Michael Boltens Lebensgefährtin unterstützt ihren Partner und ist stolz auf das, was er leistet. Doch manchmal wird die Pflege der Angehörigen auch zur Zerreißprobe.

Martina Rosenberg pflegte ihre Eltern neun Jahre lang selbst. Im Laufe der Zeit wird der Stress für Martina, ihren Mann und ihre Tochter so groß, dass sie sich selbst die Frage stellt „Mutter, wann stirbst du endlich?“ Ihre Gedanken verarbeitete sie dann im gleichnamigen Buch. Wie fühlt es sich an, wenn die Pflege der eigenen Eltern das Leben dominiert?

Aus Angst vor genau dieser Frage, gehen viele den Weg ins Ausland. Im polnischen Zabelkow gibt es ein Altenheim, in dem ausschließlich Deutsche leben. Ein Heimplatz kostet hier etwa die Hälfte dessen, was er in Deutschland kostet. Für viele alte Mensche und deren Angehörige scheint das eine echte Alternative zu sein. Aber die Missstände in Deutschland bleiben - und hier sollte die Politik aktiv werden.

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