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Pflanzliche Antibiotika sind oft eine gute Alternative

Pflanzliche Antibiotika: Auch Kapuzinerkresse gehört dazu
Pflanzliche Antibiotika: Kapuzinerkresse hat antibiotische Wirkung © R0131 pressensbild, R0131 Jerker Jansson

Was pflanzliche Antibiotika können: Giftkeule oft nicht nötig

Antibiotika gehen - wie eigentlich alle Arzneimittel - auf die Pflanzenwelt zurück. Sie waren ursprünglich Stoffwechselprodukte verschiedener Bakterien und Pilze. Penicillin ist da das bekannteste Beispiel. Die Natur liefert uns natürlich auch heute noch eine ganze Reihe von Pflanzen, die Substanzen mit antibiotischer Wirkung haben. Sie können ebenso keimhemmend und keimabtötend wirken wie synthetisch hergestellte.

Sie haben sogar mehrere Vorteile gegenüber konventionellen Antibiotika: Da Pflanzen gleich mehrere Wirkstoffe aufweisen, können sie oft nicht nur den Kampf gegen Bakterien, sondern auch gegen Viren, Pilze oder Parasiten aufnehmen und das Immunsystem stärken. Die natürlichen Stoffe und deren Wirkungsweise belasten den Organismus meist weniger. Und: die Krankheitserreger können gegen "pflanzliche Antibiotika" nicht so schnell resistent werden wie gegen konventionelle Wirkstoffe.

Antibiotika von Isländisch Moos bis Meerrettich

Isländisch Moos

Diese Flechtenart kennen viele schon als Mittel gegen Husten und Erkältung. Weniger bekannt ist, dass im Isländisch Moos Flechtensäuren enthalten sind, die antibiotisch und bakterienhemmend wirken. Heilpraktiker wenden es zur Behandlung von Mund-, Rachen- und Darminfektionen an.

Bartflechte

Sie wird als hochwirksames Antibiotikum gegen die Bakterienarten Streptokokken und Staphylokokken eingesetzt. Die sind z.B. bei Nebenhöhlenentzündungen und Mandelentzündungen zu Gange.

Knoblauch

1858 fand Louis Pasteur heraus, dass Knoblauch antibiotisch wirkt. Knoblauch unterdrückt das Wachstum von vielen Mikroorganismen. Die bakterientötende Wirkung geht auf das vom ihm gebildete Alliin zurück, welches zunächst unwirksam ist. Erst nachdem es von Enzymen in Allicin umgewandelt wird, entsteht die Wirkung, die der von Penicillin ähnlich ist.

Meerrettich und Kapuzinerkresse

Diese beiden bekannten Pflanzen enthalten sogenannte Senföle. Der Wirkmechanismus der Senföle hemmt das Wachstum verschiedener Bakterien, Viren und Pilze. Die Zusammensetzung aus Extrakten der Meerrettichwurzel und Kapuzinerkresse bekämpft bis zu 13 Bakterienarten - sogar einige der besonders gefährlichen Erreger. Anwendungsgebiete: Bronchitis, Nebenhöhlenentzündung, grippale Infekte, Harnwegsinfekte.

Honig

Einige Studien bestätigen, dass Honig antibiotisch gegen Helicobacter pylori wirkt. Dieser Erreger spielt eine wichtige Rolle bei Magenerkrankungen wie Magenschleimhautentzündungen und -geschwüren. Auch gegen bestimmte Bakterien, die sich in Wunden finden, Staphylokokken und Pseudomonas-Arten, kann Honig durch seinen hohen Zuckergehalt helfen.

Wilder Indigo

Wilder Indigo stimuliert nicht nur die Abwehr. Er tötet auch Mikroben ab und verhindert deren Ausbreitung im Organismus. Den alkoholischen Extrakt setzt man gegen Infektionen der Atmungsorgane, der Haut und der Mundschleimhaut ein.

Propolis

Propolis wird von Bienen hergestellt wird, um damit den Bienenstock abzudichten. So ist das Innere nicht nur physikalisch, sondern auch gegen Krankheitserreger geschützt. Propolis hat eine ganze Reihe von hochwirksamen Inhaltstoffen, die gegen Krankheitserreger aller Art helfen können. Es wirkt stimulierend aufs Immunsystem und entzündungshemmend. Anwendungsgebiete: Grippale Infekte, Bronchitis, Nebenhöhlenentzündungen, Magen- und Darminfektionen und Harnwegsinfekte.

Weitere pflanzliche Antibiotika, die bei leichteren Infektionen wirken:

Teebaumöl, Myrrhe, Thuja, Salbei, Ringelblume

Die Anwendung von pflanzlichen Antibiotika sollten Sie natürlich auf keinen Fall auf eigene Faust versuchen. Sie müssen sich in jedem Fall gründlich untersuchen lassen. Eine klare Diagnose durch den Arzt ist unerlässlich. Fragen Sie ihn dann, welches pflanzliche Heilmittel Sie zur Unterstützung ihrer Selbstheilungskräfte nehmen können.

Die meisten Krankenkassen zahlen übrigens nicht für pflanzliche Medikamente.

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