Peter Kloeppel: "Was sind denn das für Bilder?"

Terror gegen Amerika
Terror gegen Amerika 11.09.2001, Breaking News 00:06:08
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11. September 2001: Peter Kloeppel erinnert sich

RTL-Anchorman und Chefredakteur Peter Kloeppel moderierte am 11. September 2001 die Sondersendung zu den Terroranschlägen. Hier erzählt er, wie er den Tag persönlich erlebt hat.

Peter Kloeppel am Ground Zero
Am 11. September 2001 moderierte RTL-Chefredakteur Peter Kloeppel, hier am Ground Zero in New York, die Sondersendung zu den Terroranschlägen.

Peter Kloeppel: "Ich saß an dem Tag wie so oft an meinem Schreibtisch in der Nachrichten-Redaktion, als eine Mitarbeiterin rief: 'Schaltet mal schnell auf CNN um, was sind denn das für Bilder?' Wir schalteten die Programme auf CNN und sahen das Bild des von Rauch umhüllten Nordturms des World Trade Centers.

Als Sekunden später klar war, dass ein Flugzeug in das Gebäude geflogen war, entschlossen wir uns, mit einer kurzen Sondersendung das laufende RTL-Nachmittags-Programm zu unterbrechen. Ich rannte in die Maske, und als ich eilig geschminkt wurde, sah ich, wie ein zweites Flugzeug den Südturm traf. Da sprang ich nur noch auf, lief ins Studio, und wir gingen auf Sendung. Das war kurz nach 15 Uhr. Verlassen habe ich das Studio erst wieder um 22.30 Uhr.

Ich erinnere mich gut an das unfassbare Bild der einstürzenden Twin Towers und an die permanente Sorge vor weiteren Anschlägen auch hier in Deutschland. Aber eines ist mir auch tief ins Gedächtnis eingebrannt: die Stimme von unserem damaligen Chef vom Dienst und jetzigem infoNetwork-Geschäftsführer Michael Wulf, der mich den ganzen langen Tag lang aus der Regie durch die Sendung geführt hat. Ihm, dazu unserem Regisseur Volker Weicker, und dem ganzen Nachrichten-Team gebührt tiefste Anerkennung für ihre Arbeit im Hintergrund – ohne diese Team-Leistung wäre ich im Studio zum Scheitern verurteilt gewesen."

Haben die Ereignisse Sie nachhaltig beeinflusst? Und wenn ja, wie?

Peter Kloeppel: "Ich bin vorsichtiger geworden in meinen Urteilen und kritischer gegenüber meinen Vorurteilen. Ich versuche noch mehr als früher, Hintergründe unserer Nachrichten zu erfragen, und ich gebe mir Mühe, kulturelle Differenzen zu verstehen und - soweit es mir möglich ist - zu überbrücken."

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