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Per WhatsApp-Nachricht kündigen: Ist das erlaubt?

Das ist mit WhatsApp alles erlaubt
Das ist mit WhatsApp alles erlaubt Krankschreiben oder sogar Kündigen? 00:02:31
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Schnell und unkompliziert, aber auch rechtens?

Kündigen oder Krankmelden per WhatsApp - eine Kurznachricht blitzschnell ins Smartphone eingeben und schon müssen Sie sich nicht persönlich mit dem Chef auseinandersetzen. Hört sich wahnsinnig verlockend an - aber auch ziemlich unpersönlich. Doch was ist per WhatsApp wirklich erlaubt? Wir haben mit einer Anwältin gesprochen, um zu erfahren, was rechtlich in Ordnung ist und wann sie doch lieber zum Telefonhörer greifen sollten.

Per WhatsApp-Nachricht kündigen: Ist das erlaubt?
So verrückt es klingen mag: Kündigen per WhatsApp ist tatsächlich möglich. © picture alliance / HOCH ZWEI, Philipp Szyza / HOCH ZWEI

So verrückt es klingen mag: Kündigen per WhatsApp ist tatsächlich möglich! Bevor Sie jedoch voreilig 'ich kündige‘ ins WhatsApp-Textfeld eingeben, lohnt sich ein Blick in den Arbeitsvertrag. Dort steht nämlich, wie Sie Ihr Arbeitsverhältnis beenden können - entweder in Text- oder Schriftform. Rechtsanwältin Anja Hanisch erklärt: "Bei einer Textform lässt der Gesetzgeber auch andere Formen zu." Das heißt, dass die Kündigung per E-Mail ohne Unterschrift, per SMS- oder auch per WhatsApp-Nachricht rechtens ist.

Ist im Arbeitsvertrag jedoch von der Kündigung in Schriftform die Rede, muss ein handschriftlich unterschriebener Brief vorliegen. "Bei einer E-Mail, die versendet wird, ist eine qualifizierte elektronische Signatur notwendig", so lautet die erlaubte Alternative der Rechtsanwältin.

Per WhatsApp krankmelden?

Doch es muss ja nicht gleich die Kündigung sein. Manchmal kommt man einfach ein bisschen zu spät oder man liegt morgens plötzlich krank im Bett und kann deswegen nicht zur Arbeit kommen. Ein Hinweis für den Chef per WhatsApp-Nachricht wäre in diesem Fall wirklich praktisch.

Anwältin Hanisch schlägt folgendes vor: "Bei einer Krankmeldung würde ich immer dazu raten, doch lieber den Chef persönlich anzurufen. Denn ich bin in der Pflicht nachzuweisen, dass meine Krankmeldung unverzüglich zugegangen ist. Mach ich das schriftlich, ist es in der Tat erlaubt, aber ich weiß eben nicht, ob die Nachricht tatsächlich gelesen wurde." Und die zwei blauen Häkchen, die anzeigen ob die Nachricht vom Empfänger gelesen wurde, gelten als Beweis nicht.

Wir raten dazu: Eine Abmahnung vom Chef sollten Sie nicht riskieren - einigen Sie sich auf einen geeigneten Kommunikationsweg, mit dem alle Beteiligten glücklich sind. Und zur Not tut es auch - ganz altmodisch - der Anruf beim Vorgesetzten.

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