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Patchwork-Familie: Probleme eines bunten Flickenteppichs

Eine typische Patchwork-Familie: Zwei Liebende und ihre Kinder.
Patchwork-Familien gehören in Deutschland langsam aber sicher zum Alltag. Damit sind allerdings Probleme verbunden. © Getty Images, Joey Boylan

Herausforderungen an eine Patchwork-Familie

Ein Vater, zwei Mütter und drei Geschwister, die das Kind erst seit kurzem kennt - in immer mehr Familien ist das der Alltag. Getrennte Frauen und Männer bringen Kinder mit in ihre neuen Partnerschaften. Das Resultat ist ein bunter Flickenteppich aus zusammengewürfelten Personen: die Patchwork-Familie. Nach Schätzungen des Deutschen Jugend-Instituts ist schon jetzt jede siebte Familie in der Bundesrepublik ein Geflecht aus Personen, die nicht blutsverwandt sind; Tendenz steigend. Eine Entwicklung, die mit vielen Problemen verbunden sein kann.  

Leidtragende sind dann vor allem Kinder. Sie befürchten, dass ihre neuen Geschwister bevorzugt werden. Neid und Missgunst führen zu Spannungen. Oftmals rebellieren Kinder auch gegen den neuen Elternteil, der ihnen nicht zu sagen habe. Der Grund: Das neue Familienmitglied sei nicht der leibliche Vater beziehungsweise die leibliche Mutter. Vergleiche stehen dabei auf der Tagesordnung - zwischen den neuen Geschwistern, aber auch zwischen dem leiblichen und neuen Elternteil. Aus Loyalität zum leiblichen Erzeuger akzeptieren viele Kinder den neuen Elternteil nicht.

Patchwork: Risiken und Lösungen

Diese Konflikte belasten möglicherweise auch die frisch entstandene Beziehung. Die Partnerschaft rückt in den Hintergrund. Abneigungen, die einem von den neuen Kindern entgegengebracht werden, färben auf den Lebensgefährten ab. Auch der Ex-Partner, der nicht mehr zusammen mit den Kindern wohnt, kann die Patchwork-Familie belasten. Zu der Angst, die eigenen Sprösslinge könnten den Bezug zu sich verlieren, gesellt sich Eifersucht. Die Vergangenheit der vorherigen Beziehung ist also weiter präsent.

Um Probleme zu vermeiden, sollten sich die neuen Partner in Erziehungsfragen einig sein. Kompromisse schließen zu können, muss dabei wichtiger sein als autoritär zu handeln. Der neue Partner sollte jedoch nicht versuchen, die leibliche Mutter oder den leiblichen Vater eins zu eins zu ersetzen; er muss in seine Rolle wachsen. Dabei ist es hilfreich, Probleme schrittweise anzugehen und eine positive Grundstimmung zu schaffen. Psychologen raten zu persönlichen Gesprächen. Die jeweiligen Sichtweisen müssen erkannt und berücksichtigt werden. Wollen die Kinder partout nicht reden, bleibt die Möglichkeit, ihnen einen Brief zu schreiben.

Vorteil einer Patchwork-Familie

Die beiden leiblichen Elternteile sollten klare Absprachen und Regelungen treffen. Deren Kinder müssen sich weiterhin zu beiden Elternteilen hingezogen fühlen. Ansonsten droht die Isolation des außen stehenden Familienmitglied, der daraufhin die neue Beziehung gefährden könnte.

Mehr als die Hälfte aller Patchwork-Familien halten dem Druck jedoch nicht stand. Das Zauberwort heißt Geduld, denn erst nach fünf Jahren haben sich die Mitglieder an die neue Konstellation gewöhnt. Kinder lernen aus diesem Prozess: Aufgrund der höheren Familiendynamik und der größeren Anzahl an Bezugspersonen entwickeln sie eine höhere Sozialkompetenz.

Neben den alltäglichen kommen auch rechtliche Probleme. Für Patchwork-Familien gibt es in Deutschland kaum Gesetze, die das Erb- und Unterhaltsrecht betreffen. Experten empfehlen, sich deshalb bei einem Anwalt beraten zu lassen.

Vorteil einer Patchwork-Familie

Patchwork-Familie: Probleme eines bunten Flickenteppichs
Keiner sollte isoliert werden

Die beiden leiblichen Elternteile sollten klare Absprachen und Regelungen treffen. Deren Kinder müssen sich weiterhin zu beiden Elternteilen hingezogen fühlen. Ansonsten droht die Isolation des außen stehenden Familienmitglied, der daraufhin die neue Beziehung gefährden könnte.  

 

Mehr als die Hälfte aller Patchwork-Familien halten dem Druck jedoch nicht stand. Das Zauberwort heißt Geduld, denn erst nach fünf Jahren haben sich die Mitglieder an die neue Konstellation gewöhnt. Kinder lernen aus diesem Prozess: Aufgrund der höheren Familiendynamik und der größeren Anzahl an Bezugspersonen entwickeln sie eine höhere Sozialkompetenz.

 

Neben den alltäglichen kommen auch rechtliche Probleme. Für Patchwork-Familien gibt es in Deutschland kaum Gesetze, die das Erb- und Unterhaltsrecht betreffen. Experten empfehlen, sich deshalb bei einem Anwalt beraten zu lassen.  

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