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Partnersuche: Welche Rolle spielt die Attraktivität?

Partnersuche: Welche Rolle spielt die Attraktivität?
© WireImage, Dimitrios Kambouris/VF12

Partnersuche: Frauen oberflächlich wie Männer

Hollywood Schönheit Charlize Theron angelt sich Comedy-Moppel Eric Stonestreet. Auf den ersten Blick ein extrem ungleiches Pärchen. Geht das auch umgekehrt? Toller Hollywood Hecht verliebt sich in hässliches Entlein? Nein, dafür sind Männer doch viel zu oberflächlich, würden 99 Prozent der Frauen sofort unterschreiben. Eine neueste Studie bestätigt: das Klischee der auf Äußerlichkeiten fixierten Männer stimmt. Leider sagt sie aber auch: Frauen sind auch nicht anders - Sie können das nur viel cleverer verpacken!

Von Dagmar Baumgarten

Eine junge, knackige Frau geht in Stöckelschuhen über die Straße. Ein Mann kommt vorbei, und reflexartig verengen sich seine Pupillen. Sofort scannt er die Frau von oben bis unten ab. In Blitzartiger Geschwindigkeit durchläuft bei ihm jedes weibliche Gegenüber den ‚Busen- Beine- Po- Check‘. Dabei unterteilt er die Frau in entweder: "Yammi- potentielle Bettgefährtin!" Oder: "Lohnt keinen weiteren Blick".

Ganz anders wir Frauen? Nein! Wir machen doch tatsächlich genau dasselbe. Auch wir interessieren uns zumindest am Anfang nicht im Mindesten für das Gesamtpaket einer Person. Auch wir unterteilen die pralle Blondine, genauso wie das graue Mäuschen gnadenlos in ihre Körperteile. Lediglich der Hintergedanke ist ein Anderer. Wir checken ab, ob es sich um eine Rivalin handelt. Denn statt ins Bett wollen wir weibliche Kurvenwunder ganz weit weg haben. Es klingt ernüchternd oberflächlich! Ehe wir uns mit den inneren Werten beschäftigen, haben wir unser Gegenüber längst schon aufgrund der äußeren Verpackung in irgendwelche Schubladen gesteckt. Zu unserer Entschuldigung muss aber gesagt werden: Wir können nichts dafür. Denn unsere Gene sind schuld.

Partnersuche: Die Gene sind Schuld

Als diese Mechanismen im Gehirn entstanden sind, konnte ja noch keiner ahnen, dass der Planet mal irgendwann so übervölkert sein wird wie heute. Deshalb hatte das Gehirn vor allem für zwei Dinge zu sorgen:

1) Überleben und 2) Fortpflanzung. Und nur deshalb zwingt uns unser Instinkt so oberflächlich zu sein. Und Frauen nicht als Gesamtheit, sondern als Ansammlung ihrer Körperteile zu betrachten. Denn für heiße Höhlen-Spielchen waren früher gemeinsame Hobbys und Interessen absolut zweitrangig. Wichtig waren das Verhältnis von Taille zu Hüfte, und allenfalls noch die Ausprägung der Brüste. Diese Bild-Ausschnitte eines Körpers reichen um zu erkennen, ob und wie zeugungsfähig eine Frau ist.

Aber funktionieren wir wirklich heute noch genauso wie vor Tausenden von Jahren? Machen Sie doch mal den Test. Fragen Sie doch mal einen Mann. Am besten unter dem Einfluss von Wahrheitsserum (also ab mindestens 1.0 Promille) wie er denn so ihre neue Bekannte fand. "Welche? Die mit den geilen Titten?" lautet häufig die Gegenfrage. "Nein! ich meine die mit dem tollen Humor, und den grünen Augen!" Statt "ach so" kommt dann von ihm: "Was? Die hatte Augen? Weiß ich nicht mehr, aber wenn das die mit dem Knackarsch war, dann darf sie gerne wiederkommen!"

Aber solche Antworten würde man doch niemals von Frauen hören! Das stimmt zwar, aber sind wir deshalb weniger oberflächlich? Nein! Wir lassen uns von Äußerlichkeiten genauso ablenken und blenden wie Männer. Nur dass wir andere Prioritäten haben.

Denn auch wir urteilen über das neueste Foto von Charlize und ihrem neuen Freund schnell, hart und gnadenlos. Es ist ja nicht irgendein übergewichtiger leicht schielender typ, mit fleckiger Haut, bei dem sich die Super-Schönheit anschmiegt. Eric Stonestreet ist einer der erfolgreichsten Comedy Stars in Amerika. Ich hab es mal ausprobiert, und einer ganzen Reihe von Leuten das Foto gezeigt. Die häufigste Äußerung, die bei dem Foto kam, war auch bei den Frauen nicht: "och, was für ein süßes Paar", sondern "klar, hat Charlize den genommen. Der hat ja auch jede Menge Kohle!"

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