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Partnersuche: Alles Schicksal oder doch Zufall?

Partnersuche: Alles Schicksal oder doch Zufall?
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Ist Partnersuche eine Sache des Schicksals?

Eine der ganz zentralen Fragen hinsichtlich der Liebe ist: Wie kommt sie zu uns? Wird sie geschickt? Von einer Instanz, die man "Schicksal" nennt? Von einem Weltenlenker, den wir als Gott begreifen? Ist die Liebe von den Sternen bestimmt? Ist es eine bestimmte Venus-Konstellation, die uns das Glück in der Liebe schenkt? Oder ist es der bloße Zufall, den wir nicht beinflussen können, den niemand beeinflussen kann? Oder sind wir ganz allein verantwortlich für unser Liebesleben?

Müssen wir nur oft genug ausgehen, uns in Online-Dating-Portalen tummeln, im Supermarkt flirten, um der großen Liebe zu begegnen? Gehen wir die verschiedenen Möglichkeiten durch: Wer an das Schicksal glaubt, ist abhängig von dessen Gunst, kann nichts dafür tun, Erfüllung zu finden, kann eigentlich strenggenommen nur warten. Hört sich bequem an, macht einen aber auch wuschig.

Denn man will etwas tun, es juckt einen in den Fingern, an seinem Schicksalsrad zu drehen. Das ist gut so, es hält wach und optimistisch. Wer an Gott glaubt, kann sich an ihn wenden und für seine Liebe beten. Aber: Kein Mensch, kein Theologe weiß, ob Gott wirklich zuständig ist für diese Sorge, dass die Liebe plötzlich auf dem Plan steht in unserem Leben. Schließlich gibt es viel gewichtigere Dinge auf der Erde, um die sich Gott kümmern muss.

Auf Gott zu vertrauen, dass er unser Wohl im Sinn hat, ist auf jeden Fall produktiv. Es gibt Kraft.

Partnersuche: Mischung aus Schicksal und Zufall

Wer wirklich nur an sich selbst glaubt, der kann sich mit allen möglichen Aktivitäten ins Zeug legen. Doch wenn nichts passiert, egal, was man anstellt, ist das eine ungeheure Frustration, das macht einen fertig. Es ist eine Wohltat, die Verantwortung auch zu einem Teil außerhalb des eigenen Radius zu legen. Eine weise Frau hat mir das so erklärt: Der Mensch ist von der Schöpfung her ein Naturwesen, er ist abhängig von Zufällen. Zugleich ist er ein metaphysisches Wesen, er ist darauf abonniert, was hinter der Natur steckt, er ist darauf programmiert darauf zu schauen, was zwischen Himmel und Erde ist. Glaube, Hoffnung, Liebe! Das ist die Trias, die zählt.

Findet man sich in diese Aufteilung ein, ist man auf der sicheren Seite. Vielleicht braucht es trotzdem länger, bis die Liebe da ist. Aber man hat Mut, man weiß, ich kann etwas tun, ich tue es auch. Es liegt aber nicht allein in meiner Hand. Uff. Wie erleichternd.

Diese Mischung finde ich genial wie tröstlich. Nehmen wir ein Beispiel: Eine Frau sieht einen Mann im Bus. Er fällt ihr auf, weil sie mit offenen Augen durch die Welt geht. Das ist ihr Verdienst. Doch warum ist er gerade zur richtigen Zeit am richtigen Ort? Schicksal? Gott? Zufall? Es bleibt ein nicht zu ergründendes Geheimnis. Sie traut sich nicht, ihn anzusprechen, er traut sich nicht.

Jetzt kommt das ins Spiel, was ich elementar finde: Der Mensch strickt an seiner eigenen Geschichte. Die Frau könnte die Hände in den Schoß legen und denken: Pech gehabt. Oder aktiv werden! Es gibt diese Portale im Netz, wo man jemanden suchen kann, den man in öffentlichen Verkehrssmitteln gesehen hat. Nichts wie los und dort nach dem Mann aus dem Bus suchen! Viel Glück beim Finden. Das ist wiederum vom Zufall abhängig. Vielleicht hat sich der Mann schockverliebt, leider kennt er diese Art von Portalen nicht. Aus die Maus. Schicksal, Zufall? Alles geht Hand in Hand. Hauptsache, man tut was für sein Glück.

Wisst Ihr, wie ich das nenne, wenn man etwas tut? Dem Schicksal eine Chance geben. Das ist der Weisheit letzter Schluss, was das Finden der Liebe angeht. Offen sein, vertrauen, einem höheren Wesen oder dem Zufall. Und dann immer selbst aktiv werden, nachhaken, kämpfen. Bingo.

Auf diese Weise kann Euch die Liebe nicht verfehlen!

Eure Birgit

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