Partnerschaft: Warum wollen Männer nicht reden?

Partnerschaft: Warum wollen Männer nicht reden?
© RTL Interactive, diego cervo

Kommunikation in der Partnerschaft ist schwierig!

Frisch verliebt schwärmen Frauen gerne: "Mein neuer Freund ist perfekt! Ich kann mit ihm über alles reden!“" Ein paar Jahre später sagen dieselben Frauen mit leichter Resignation in der Stimme: "Es ist so schlimm, ich kann mit diesem Mann einfach nicht reden!" Angeblich sprechen viele Frauen mittlerweile mehr mit ihrem Hund, als mit ihren Partner! Warum ist das mit der Kommunikation immer noch so schwierig zwischen Mann und Frau?

Von Dagmar Baumgarten

Früher war das keine Frage, sondern eine Tatsache. Als Kind saß ich mit großen Augen da, wenn meine Oma verkündete: "Kind, Du musst Dir als Frau eigentlich nur drei Dinge merken, nämlich: 1) Blut wäscht man mit kaltem Wasser aus, 2) Spinat kann man nicht aufwärmen, und 3) mit Männern kann man nicht reden!". Und in der Tat war mein Opa, der noch beide Weltkriege erlebt hat, nicht gerade der Typ „frauenverstehender Vielredner“.

Ganz klar ein Generationenproblem, dachte ich als Teenie. Haben die früher halt nie gelernt. Die Armen waren ja auch in ihren Rollenklischees gefangen. Und heute? Niemand muss theoretisch mehr irgendwelche typisch-Mann, typisch-Frau Rollen erfüllen. Praktisch sieht es allerdings so aus, dass sie eigentlich noch genauso vorhanden sind wie früher.

Die meisten Männer würden lieber nachts im strömenden Regen auf einer Straße, die regelmäßig von Ratten, Schlangen und Meuchelmördern heimgesucht wird, ohne Werkzeug acht LKW Reifen wechseln, als in einer lauen Sommernacht mit einem Glas Wein ihrer Partnerin bei ihren Problemen interessiert zuzuhören.

Männer reden nicht über ihre Probleme

Klingt wie ein böses Vorurteil, oder? Aber laut einer Studie, in der über 2.000 Heranwachsende befragt wurden, ob sie gerne über Probleme reden, oder überhaupt reden würden, haben die Jungs die Frage wohl mit überwältigender Mehrheit mit einem klaren “Nein!“ beantwortet. Die Begründung: "Das sei reine Zeitverschwendung und führe zu nichts!"

Unklar ist, ob das immer noch ein Produkt der Erziehung, oder der Gene ist. Das einzig Klare an dieser Antwort ist, dass die befragten männlichen Probanden Problemen lieber aus Bequemlichkeit aus dem Weg gehen. Denn sie bestätigten selber, dass der Gedanke mit Problemen konfrontiert zu werden, so ein großes Gefühl der Unsicherheit auslöst, dass es lieber schnell verdrängt wird. Und mit einem "bringt doch nix, das totzuquatschen!" der Deckel für immer zugemacht wird.

Da sie schon in frühen Jahren so empfinden, lernen sie es natürlich auch nicht, das Gefühl der Unsicherheit, das Probleme in ihnen auslöst, auszuhalten, und darüber zu reden, um zu einer Lösung zu kommen. Kein Wunder, dass sie dann später überfordert sind, wenn die Frauen sie mit den schwierigsten aller Problemen – den Beziehungsproblemen konfrontieren.

Ob meine Oma zu Unrecht so lange von mir belächelt wurde? Anscheinend steckt in ihrem was-braucht-eine-Frau-zum-Überleben-Satz ja doch jede Menge Weisheit, denn Blut wäscht man mit kaltem Wasser, weil die Eiweiße sonst gerinnen, Spinat enthält besonders viel Nitrat. Das ist nicht weiter schlimm - aber wenn bestimmte Bakterien sich ausbreiten, dann verwandeln sie dieses Nitrat in das gefährliche Nitrit. Und Nitrit ist giftig. Außerdem kann sich Nitrit im sauren Magen in das krebserregende Nitrosamin verwandeln - eine echte Gesundheitsgefahr. Tja und die rede-scheuen Männer? Also wenn so viele Frauen tatsächlich ihren treuen Vierbeinern mehr anvertrauen als ihrem Partner, scheint ja selbst heute im Jahr 2011 immer noch etwas dran zu sein. Also genießt es, so oft wie möglich verliebt zu sein. Denn entweder löst das bei Männern die Zunge, oder verdrängt bei Frauen die Probleme. Oder beides. Jedenfalls kann man nie wieder so herrlich wie in den ersten Monaten mit ihm über alles reden!

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