LIEBE LIEBE

Partnerbörsen: Bezahlte Texter gaukeln große Liebe vor

Findet man die große Liebe wirklich im Netz?

Insgesamt 17,9 Millionen Menschen suchen in Deutschland ihre große Liebe auf Partnerbörsen im Internet. Doch findet man dort wirklich die Liebe des Lebens oder wird man dort einfach nur abgezockt?

Partnerbörsen: Abgezockt auf der Suche nach der großen Liebe
Rund 18 Millionen Deutsche suchen im Netz nach der großen Liebe © picture-alliance / beyond/Junos, beyond/Junos

Norman Bürger lebt in Berlin. Seit acht Jahren ist der 42-Jährige allein und auf der Suche nach einer ernsthaften Beziehung. Da es mit einer neuen Liebe aber einfach nicht klappte, fing er an im Internet auf Partner- und Singlebörsen nach seiner Traumfrau zu suchen. Und tatsächlich: viele attraktive Frauen kontaktierten ihn. Doch nur eine konnte die Aufmerksamkeit des Musikers wecken. Die 41-jährige Alexandra sollte seine Auserwählte sein. Doch was Norman Bürger dann erlebte, war ein absoluter Alptraum – er wurde abgezockt und um viele tausend Euro gebracht.

Immer mehr Partnerschaftsvermittlungen suchen anscheinend per Anzeige nach professionellen Textern. Unsere Reporterin Verena Flossmann hat sich deshalb auf genau ein solches Angebot beworben, um so undercover zu recherchieren, wie einsame und in der Regel männliche Singles abgezockt werden sollen. Für ihren neuer Arbeitgeber erstellt Verena von da an gefälschte Profile: Namen, Fotos, Identitäten - alles erfunden. Die Frauen, als die sich unsere Reporterin im Chat ausgibt, sind meist Anfang 20 und auffällig attraktiv.

Alle ein- und ausgehenden Nachrichten überwacht in diesem System eine sogenannte 'Teamleitung'. Von ihr erhält Verena Flossmann während der Dialoge mit mehreren Chat-Partnern auch Hinweise über beispielsweise sexuelle Vorlieben, auf die das weitere Gespräch gelenkt werden soll. Verena ist zur gleichen Zeit für elf unterschiedliche Frauenprofile zuständig die mit ungefähr 38 unterschiedlichen Männern texten. Dabei muss sie genau darauf achten, dass Informationen nicht vertauscht werden. Von der Chat-Teamleitung wird sie stets überprüft und auch schon einmal aufgefordert etwas schneller zu schreiben. Und wer nicht schnell genug schreibt, fliegt raus. Mindestens 25 Stunden die Woche soll Verena laut der Agenturchefin im Chat arbeiten und Kunden Hoffnung machen. Im Glauben an die wahre Liebe, gibt es für die meisten Chatter keine Geheimisse. Ahnungslos schreiben die Männer über alles aus ihrem Leben. Und alles wird vermerkt, damit beim Schichtwechsel der oder die Nächste die Informationen weiter nutzen kann.

So erkennen Sie die schwarzen Schafe unter den Partnerbörsen

Rechtsanwalt Ernst Andreas Kolb warnt vor solch kostenpflichtigen Single-Seiten und gibt Tipps, wie einsame Single-Männer schwarze Schafe erkennen können. Das wichtigste überhaupt ist die AGBs zu lesen, damit man weiß, wer der potenzielle Vertragspartner ist und in welcher Stadt deren Firmensitz ist. An zweiter Stelle sollte man die Kosten prüfen, die die Single-Börse veranschlagt. Dritter und letzter Punkt den es zu checken gilt, sind die Kündigungsfristen.

Norman Bürger hat sich nicht vorab informiert und dafür leider teuer bezahlt...

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