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Parkinson: Symptome, Ursachen und Therapie von Morbus Parkinson

Bei parkinson sterben Nervenzellen im Gehirn ab.
Parkinson ist eine chronische Nervenerkrankung. © picture-alliance/ dpa/dpaweb, Jan-Peter Kasper

Morbus Parkinson: 250.000 Betroffene in Deutschland

Etwa 250.000 Menschen in Deutschland leiden an Parkinson. Aber nur 100.000 der Patienten werden richtig behandelt. Noch immer wissen die meisten Menschen zu wenig über die Krankheit und fragen sich: Wie genau entsteht Parkinson? Kann die Krankheit jeden treffen? Und welche Therapiemöglichkeiten gibt es?

Die Parkinson-Krankheit ist eine der häufigsten chronischen Nervenerkrankungen. Weltweit sind etwa zwei Millionen Menschen betroffen. Der englische Arzt James Parkinson, nach dem die Krankheit benannt ist, beschrieb die Symptome der Erkrankung erstmals 1817. Die offensichtlichste Folge der Erkrankung ist eine Störung und Verlangsamung der Bewegungen, eine Muskelsteifheit sowie ein starkes Zittern (Tremor). Daher nannte der Arzt die Krankheit in seiner Erstbeschreibung auch "Schüttellähmung". Meist erkranken Menschen zwischen dem 55. und 65. Lebensjahr an Parkinson. Aufgrund der steigenden Lebenserwartung der Bevölkerung ist in Zukunft mit einer weiter zunehmenden Zahl von Krankheitsfällen zu rechnen.

Bei der Parkinson-Krankheit kommt es zu einem Absterben der Nervenzellen, die Dopamin enthalten. Dopamin ist ein wichtiger Botenstoff für die Signalübertragung im Gehirn und steuert unter anderem auch die Bewegungen des Körpers. Meist wird die Parkinson-Erkrankung erst bemerkt, wenn schon mehr als die Hälfte der dopaminbildenden Nervenzellen zerstört sind. Ab dann sind nämlich sämtliche Bewegungsabläufe deutlich gestört.

Viele Menschen wurden Ende der 90er Jahre auf die Krankheit aufmerksam, als der US-Schauspieler Michael J. Fox im Alter von nur 37 Jahren an Parkinson erkrankte. Auch der Ex-Boxweltmeister Muhammad Ali oder Papst Johannes Paul II. leiden beziehungsweise litten an Parkinson.

Parkinson und seine Therapien

Grundsätzlich ist die Ursache für die Erkrankung bislang nicht geklärt. Daher spricht man auch vom idiopathischen (=unbekannten) Parkinson-Syndrom. In seltenen Fällen wird die Erkrankung ver- oder ererbt. In diesem Fall können auch schon junge Erwachsene unter 40 Jahren an Parkinson erkranken. Außerdem können Parkinson-Symptome auch durch Umweltgifte wie Kohlenmonoxid oder Mangan verursacht werden. Aber auch infolge eines Hirntumors oder als Folge langjährigen Boxens und wiederholter Hirn-Traumata sind Parkinson-Symptome möglich.

Im Frühstadium ist es schwer, die Parkinson-Krankheit als solche zu erkennen. Die Betroffenen leiden häufig unter Muskelverspannungen,

plötzlichen Schweißausbrüchen und innerer Unruhe, bevor es zu den klassischen Symptomen kommt. Außerdem sind die Betroffenen oft müde oder auch depressiv.

Erst im fortgeschrittenen Krankheitsstadium machen sich Probleme beim Ausüben alltäglicher Bewegungen bemerkbar. So können Zähneputzen, kämmen, schreiben oder auch das Zuknöpfen der Hose oder das Aufschließen der Haustüre zum Problem werden. Auch der Gang verändert sich hin zu kleinen, schlurfenden Schritten. Oft gehen die Betroffenen auch leicht nach vorne gebeugt. Die Gesichtsbewegungen nehmen ab, die Gesichtszüge werden zunehmend starr und auch das Schlucken fällt schwer. Später setzt ein starkes Zittern ein, dass im späten Stadium als ständiges Symptom erhalten bleibt.

Wie kann Parkinson diagnostiziert werden?

Liegt der Verdacht auf Parkinson vor, können Ärzte die Diagnose mittels des sogenannten 'Levodopa-Test' (L-Dopa-Test) abklären. Levodopa (L-Dopa) ist eine Vorstufe von Dopamin, das bei Menschen mit Parkinson in verringerter Konzentration vorkommt. Bei dem Test erhalten die zu untersuchenden Personen L-Dopa. Wenn sich deren Symptome danach verbessern, gilt dies als Hinweis auf die Parkinson-Krankheit. Eine endgültige Aussage ist mit dem Test aber nicht möglich.

Auch die Magnetresonanztomographie (MRT) oder eine Computertomographie (CT) können zur Diagnose herangezogen werden. Mit Hilfe dieser bildgebenden Verfahren können besipielsweise ein Schlaganfall oder Hirntumor ausgeschlossen werden.

Da die Erkrankung nicht heilbar ist, gilt es, die Symptome zu lindern und dadurch die Lebensqualität zu erhöhen. Die Therapie ist dabei von Patient zu Patient unterschiedlich. Der Mangel an Dopamin wird in der Regel durch Medikamente ausgeglichen. Eingesetzt werden beispielsweise Medikamente wie Levodopa (L-Dopa). Im Gehirn wandelt es sich in Dopamin um und wirkt entsprechend. Dadurch bessern sich die Symptome meist schnell. Das Medikament bremst aber nicht das Fortschreiten der Erkrankung. Zum Einsatz kommen auch Dopamin-Nachahmer-Präparate oder Medikamente, die den Abbau des Dopamins hemmen.

Bei der Parkinson-Krankheit ist ein ganzheitlicher Therapie-Ansatz wichtig. Neben Medikamenten sollten auch Krankengymnastik, Sprach- und Schlucktherapie sowie eine ausgewogene, fettarme Ernährung in die Behandlung miteinbezogen werden. Auf diese Weise kann der Krankheitsverlauf zwar nicht aufgehalten, aber wenigstens verlangsamt und gleichzeitig die Lebensqualität gesteigert werden.

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