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Parasiten beim Menschen: Diese Arten lösen Parasitosen aus

Parasiten beim Menschen: Parasitose droht
Parasiten können lebensgefährliche Krankheiten auslösen © MEV

Parasiten: Würmer im Körper können Krankheiten auslösen

Sie leben in und sogar von uns, manchmal zerstören sie uns auch: Parasiten. Manche Parasiten sind harmlos, andere lösen lebensbedrohliche Krankheiten aus. Besonders Kinder und Schwangere sind gefährdet.

Über die Hälfte der Deutschen - Forscher kommen auf einen Wert von 60 Prozent - hatten bereits Kontakt zu einem Einzeller, der von unserem Blut lebt. Er dürfte somit der bei uns am weitesten verbreitete Parasit sein. Sein Name: Toxoplasma Gondii. Er löst die Toxoplasmose aus.

Für Erwachsene ist die Krankheit harmlos und verläuft oft sogar ohne äußere Probleme. Gefährlich ist sie aber, wenn Schwangere daran erkranken. Das ungeborene Kind kann durch den Parasiten schwere Nervenschäden erleiden. Überträger der Krankheit sind meist Katzen. Weltweit gelten 3,5 Milliarden Menschen als befallen.

Der wohl seltsamste aller Parasiten ist der sogenannte Harnröhrenwels. Es handelt sich um ein kleines Fischchen, das in tropischen Flüssen lebt. Vor allem in denen Südamerikas. Er schafft es, badenden Männern unbemerkt in die Harnröhre zu schlüpfen. Mit seinen Rückenstacheln befestigt er sich dort und ernährt sich vom Blut, das aus den Wunden sickert.

Eine tödliche Gefahr geht vom Fuchsbandwurm aus. Dieser auch in Deutschland häufige Wurm wird vor allem vom Rotfuchs, Polarfuchs und Marderhund, seltener vom Haushund, übertragen. Erst Jahre oder Jahrzehnte nach der Ansteckung wird die Krankheit entdeckt. Dann ist es aber oft zu spät. Vor allem die Leber ist irreparabel geschädigt.

Glücklicherweise sind Menschen nur selten mit dem Fuchsbandwurm infiziert, obwohl zum Beispiel in Süddeutschland rund 60 Prozent der Füchse den Erreger in sich tragen. Zwischen 1982 und 2000 wurden lediglich 559 Fälle bei Menschen bekannt. Die meisten Fälle wurden bei Personen registriert, die mit Landwirtschaft und Waldbau zu tun hatten. In 70 Prozent der Fälle sind Hunde- oder Katzenhalter betroffen.

Der wahrscheinlich schlimmste Killer-Parasit ist die Malaria. Verursacht wird sie von einzelligen Parasiten der Gattung Plasmodium. Laut WHO sterben weltweit jährlich eine Million Menschen an Malaria, etwa die Hälfte von ihnen sind Kinder unter fünf Jahren. Etwa eine Viertelmilliarde Menschen leidet akut an dieser von Stechmücken übertragenen Krankheit. In Deutschland sind es jährlich zwischen 500 und 1.200 Personen, die die Krankheit meist aus den Tropen mitbringen.

Extrem eklig, in unseren Breiten aber nicht mehr vorhanden, ist der sogenannte Guineawurm. Er wird in Teilen Afrikas über verschmutztes Wasser aufgenommen. Die Weibchen des Wurms reifen im Körper bis auf eine Länge von einem Meter heran. Sie arbeiten sich durch das Körpergewebe in Beine oder Füße. Bei Kontakt mit Wasser platzt die Haut an der dünnsten Stelle auf und das Weibchen entlässt seine Eier ins Wasser. Um den Wurm zu entfernen, kann er an einem Stock eingeklemmt und jeden Tag bis zu 10 Zentimeter herausgezogen werden. Falls der Wurm reißt, ist eine Operation unumgänglich. Verbreitungsgebiet: Äthiopien, Südsudan, Mali und Ghana.

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