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Paracetamol: Falsche Dosierung macht Paracetamol gefährlich

So gefährlich ist Paracetamol
So gefährlich ist Paracetamol Organschäden und Risiken für die Schwangerschaft 00:02:20
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Paracetamol: Überdosierung unbedingt vermeiden

Paracetamol ist leicht in der Apotheke zu bekommen, absolut bezahlbar und daher ein weit verbreitetes Schmerzmittel. Doch viele greifen zu oft und zu schnell zu den Pillen - mit teilweise fatalen Folgen. Eine neue Studie zeigt, dass vor allem Schwangere mit diesem Mittel aufpassen müssen.

Paracetamol, beliebtes Schmerzmittel, aber auch sehr gefährlich!
Etwas zuviel Paracetamol kann tödlich enden.

"Die Bevölkerung muss wissen, dass Paracetamol keine bunten Smarties sind, die man sich einfach so einwerfen kann. Nur, weil die Tabletten frei verkäuflich sind, sind sie nicht ungefährlich", sagt der Mediziner Dr. Christoph Specht. Verschiedene Studien haben belegt, dass es einen Zusammenhang zwischen der übermäßigen Einnahme von Paracetamol und Leberversagen gibt. Auch die Niere und das Herz-Kreislauf-System sind bei dauerhafter Einnahme gefährdet.

Wissenschaftler haben die Langzeitnebenwirkungen von Paracetamol untersucht und dabei einen Zusammenhang zwischen ADHS und der Einnahme von Paracetamol während der Schwangerschaft festgestellt. Die Studie ergab ein  um 37 Prozent erhöhtes Risiko auf ADHS für das ungeborene Kind. Aber warum wird dann Schwangeren überhaupt noch zu Paracetamol geraten? "Weil es weniger Nebenwirkungen mit sich bringt und damit weniger Schädigungen für das Kind", erklärt Dr. Specht. Das gilt auch heute noch, aber insgesamt müsse man sagen, dass eine Schwangere am besten überhaupt kein Schmerzmittel nehmen sollte.

Vor allem für werdende Mütter bedenklich

Laut Informationen der 'Rheinischen Post' erkranken jährlich 4.000 Menschen aufgrund von Paracetamol-Überdosierungen an entstehenden Nebenwirkungen. Besonders übergewichtige Menschen müssen extrem vorsichtig sein, da sie meist unter einer Fettleber leiden, die toxische Wirkstoffe nicht mehr gut abbauen kann.

Überdosierung absolut schädlich - wenn nicht tödlich

Ein weiteres Problem ist die schleichende Überdosierung. Patienten, die oft Paracetamol nehmen, glauben, dass die Wirkung bei häufiger Einnahme nachlässt. Daher greifen sie zu noch mehr Pillen. So wird die Leber geschädigt.

Im 'British Journal of Clinical Pharmacology' wurde eine Studie veröffentlicht, die belegte, dass bei längerer Einnahme von Paracetamol ein erhöhtes Risiko für Multiorganversagen besteht. Den Patienten wird dann geraten, ein Leberzentrum aufzusuchen. Die Forscher registrierten zudem eine signifikante Häufung von Funktionsstörungen des Gehirns.

"Die Höchstdosis Paracetamol pro Tag für den erwachsenen beträgt vier Gramm, also 4.000 Milligramm, eine Tablette enthält normalerweise 500 Milligramm", so Dr. Specht. Mehr als acht Paracetamol-Tabletten pro Tag sollte also niemand einnehmen. Ratsam ist es auch, Paracetamol nie länger als zwei Wochen zu schlucken. Denn länger anhaltende Schmerzen deuten meistens auf eine ernsthafte Erkrankung hin. Weil die übermäßige Paracetamol-Einnahme so gefährlich ist, beträgt in Deutschland die freiverkäufliche Paracetamolmenge zehn Gramm. Das entspricht einer Packung mit 20 Tabletten à 500 Milligramm. Doch Patienten, die mehr haben wollen, gehen einfach in die nächste Apotheke und besorgen sich dort für ein paar Euro die nächste Packung. Und das ist gefährlich: Bereits eine Dosis von 7,5 Gramm kann tödliche Folgen haben.

Daher sollte bei anhaltenden Schmerzen die Einnahme gestoppt und ein Facharzt aufgesucht werden - denn oft reicht eben nicht nur eine kleine Tablette. 

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