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Panikattacken: Diese Selfies dokumentieren Ambers Angststörung

Panikattacken-Selfie
Es macht Amber Smith wütend, dass psychische Erkrankungen noch immer stigmatisiert werden.

"Das ist meine normale Seite, die die meisten Menschen nie sehen"

Bitte lächeln! Auf Selfies zeigen wir uns immer von unserer besten Seite - gut gelaunt, strahlend und nach Möglichkeit hübsch. Schöne heile Vorzeigewelt - wer möchte bei Facebook & Co. auch traurig oder krank aussehen? Genau davon hatte Amber Smith aus Rugby in England jetzt genug. Die junge Frau postete ein Foto, das ihr wahres Leben zeigt - und das wird von Panikattacken bestimmt.

Verzweiflung, Hilflosigkeit und Angst springen Amber auf dem Foto förmlich aus dem Gesicht. Die Aufnahme entstand kurz nach einem Panikanfall. "Das ist meine normale Seite, die die meisten Menschen nicht zu sehen bekommen", erklärte die Engländerin im Text zum Post. Es mache sie krank, dass psychische Erkrankungen noch immer stigmatisiert werden. Jahr für Jahr kämpfe sie gegen Angst und Depression. Ein Kampf der viel Kraft kostet und ein Kampf, der sie teilweise sprachlos zurücklässt. Auch wegen der Kommentare ihrer Mitmenschen. Sprüche, die sie nur nicht mehr hören kann: "Du brauchst keine Tabletten." "Sei einfach glücklicher." "Da wirst du drüber hinwegkommen."

Die Unwissenheit ihrer Mitmenschen hängt für Amber mit der gesellschaftlichen Tabuisierung von psychischen Erkrankungen zusammen. Über das Thema werde kaum gesprochen, dabei leide jeder dritte Mensch mindestens einmal in seinem Leben unter psychischen Problemen. Wir finden: Recht hat sie. Mit ihrem Foto schafft Amber Aufmerksamkeit für ein Thema, das längst mehr Beachtung verdient.

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