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Pandabärin täuscht eine Schwangerschaft vor

Pandabärin täuscht eine Schwangerschaft vor
Pandabärin Ai Hin wollte besseres Essen bekommen © REUTERS, ALEX LEE

Die Panda-Dame wollte besseres Futter und ein klimatisiertes Gehege

Tiere sind ganz schön raffiniert und werden von uns Menschen oft unterschätzt. So auch eine Pandabärin in einer chinesischen Aufzuchtstation. Sie wollte auch mal in Genuss von ein wenig Luxus kommen und täuschte deshalb eine Schwangerschaft vor, um besseres Futter und ein klimatisiertes Gehege zu bekommen. Die Pläne für die weltweit erste Live-Übertragung einer Riesenpanda-Geburt sind dadurch abgeblasen worden.

In der Aufzuchtstation von Chengu in der südwestchinesischen Provinz Sichuan haben es schwangere Pandaweibchen ganz schön gut: Sie bekommen besseres und vor allem mehr Futter und dürfen in klimatisierten Einzelgehegen entspannen. Diese Vorteile hat auch Pandbärin Ai Hin erkannt und sich deshalb schwanger gestellt. Wie das geht? Das Weibchen zeigte weniger Appetit und weniger Lust auf Bewegung – Dinge, die Anzeichen einer Schwangerschaft sind. Ebenso soll sie einen erhöhten Hormonausstoß gehabt haben.

Ein Tierarzt musste aber dann die enttäuschende Meldung kund geben, dass Ai Hin in Wirklichkeit nicht schwanger ist. Blöd, denn es war bereits eine Live-Übertragung der Geburt im TV geplant, wie die Nachrichtenagentur 'Xinhua' berichtet. Diese wurde abgesagt, woraufhin das Verhalten der Panda-Dame sich wieder normalisierte.

"Ein solches Verhalten ist mir nicht bekannt", sagt der Verhaltensbiologe Lars Lewejohann von der Universität Osnabrück. Allerdings schloss er nicht aus, dass solche gezielten Täuschungen vorkommen könnten. "Haben Tiere erst einmal eine Verbindung hergestellt zwischen ihrem Verhalten und besserem Futter, können sie dies auch ausnutzen." Ganz schön raffiniert, Ai Hin! Wir jedenfalls sind beeindruckt.

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