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Osteomyelofibrose: Bea Kallen beschreibt ihren Kampf gegen den Krebs

Osteomyelofibrose
Bea Kallen ging mit ihrer Krebs-Diagnose durch die Hölle und machte sie öffentlich. © Facebook - Bea Kallen

Bea Kallen: "Einmal Hölle und zurück“

Während einer Routineuntersuchung haben Ärzte bei Bea Kallen Osteomyelofibrose festgestellt - eine fortschreitende Zerstörung des blutbildenden Knochenmarks, die meistens tödlich endet. Wie sie mit der Diagnose lebt, dokumentiert die Düsseldorferin in ihrem bewegenden Blog.

Bereits vor drei Jahren wurde bei der 55-jährigen Bea essentielle Thrombozythämie - eine Erkrankung des blutbildenden Systems, bei dem die Blutplättchen stark vermehrt sind - diagnostiziert. Aufgrund dieser Erkrankung muss ihr Blut alle sechs Wochen untersucht werden. So auch an dem Tag, an dem sich Beas Leben völlig veränderte:

"Mitte August finde ich mich zum üblichen, alle sechs Wochen stattfindenden Kontrolltermin bei meiner Hämatologin ein. Drei Jahre nach der Diagnose ist das alles Routine, von der Rezeption begebe ich mich meist direkt ins Labor, es werden ein paar Röhrchen Blut abgezapft. […]

Diesmal jedoch steht nach der Besprechung der aktuellen Blutwerte eine Ultraschalluntersuchung meiner Milz an. […] Ich sehe sofort das Stirnrunzeln, als meine Ärztin mit dem Schallkopf meinen Bauch abtastet. Etwas später steht fest: meine Milz ist auf 17 cm angewachsen, viel zu groß also. Dazu die Äußerung 'gefällt mir gar nicht' und ein gemurmeltes 'Osteomyelofibrose'. Da ist es, das Horrorwort und ich spüre buchstäblich sofort, dass mein Leben sich JETZT ändert, dramatisch."

Helfen kann Bea nur eine Stammzellenspende

In ihrem Blog beschreibt Bea Kallen den Verlauf ihrer Krankheit vom ersten Tag an. Sie äußert die Hoffnungen und Ängste, spricht über die Schrecken der Krankheit, die zu einer allmählichen Verödung des blutbildenden Knochenmarkgewebes führt. Durch die gestörte Blutbildung setzen die veränderten Blutzellen Substanzen frei, die eine vermehrte Faserbildung im Knochenmarkgewebe hervorrufen. Da das Knochenmark seine Aufgabe nicht mehr ausreichend erfüllen kann, wird die Blutbildung auf Organe wie Milz und Leber verlagert. Milz und Leber vergrößern sich dadurch extrem - so auch bei Bea.

Helfen konnte Bea nur eine Stammzellenspende. Den erlösenden Anruf bekam sie sechs Monate nach ihrem Kontrolltermin: Sie hatten einen Spender gefunden. Doch die hoffnungbringende Nachricht kündigt auch eine schwierige Zeit an, denn vor der Stammzellentransplantation wird das kranke Knochenmark mithilfe einer Hochdosischemotherapie und anschließender Ganzkörperbestrahlung zerstört.

"Ich werde für einige Wochen gänzlich ohne Immunschutz sein. Entsprechend anfällig und eigentlich in ständiger Lebensgefahr. Mein Körper wird keine Blutzellen mehr bilden, regelmäßige Transfusionen sollen mich am Leben erhalten."

Auch über das, was ihr nach der Transplantation bevorsteht, spricht Bea erstaunlich offen: Sterile Wohnung, strenge Essensvorschriften, Mundschutz und Desinfektionsmittel werden ihren Alltag mit Ehemann Peter bestimmen.

"Gestern sagte mein Mann nach einem langen Gespräch über das, was uns bevorsteht 'da stellt man sich fast die Frage: willst Du es nicht lassen?'

Nein!

Aber mein Testament habe ich gestern endlich zu Ende geschrieben."

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