GESUNDHEIT GESUNDHEIT

Organspende: Organspendeausweis bestellen und Leben retten

Organspendeausweis, Organspende
Eine Organspende nach dem eigenen Tod kann ein anderes Menschenleben retten. © dpa, Frank May

Die wichtigsten Fakten zum Thema Organspende im Überblick

Wer ein Organ braucht, ist davon abhängig, dass ein anderer das Organ spendet. Patienten, die auf ein neues Herz oder eine neue Niere warten, müssen darauf hoffen, dass sich ein Spenderorgan findet, das für eine Transplantation geeignet ist. Damit sie endlich ein lebenswertes Leben führen oder schlichtweg überleben können.

Wer hingegen gesund ist, verschiebt die Auseinandersetzung mit dem eigenen Tod gerne auf später. Umso unangenehmer werden nun viele Menschen die Aufforderung ihrer Krankenkasse empfinden, sich mit dem Thema Organspende auseinanderzusetzen. Grundlage für die Zusendung des Organspendeausweises ist die seit 2012 geltende „Entscheidungslösung“ zur Organspende.

Hier finden sie alle wichtigen Fragen und Antworten zum Thema Organspende und den Spenderausweis zum Audrucken.

Bin ich durch Zusendung des Organspendeausweises automatisch Organspender?

Nein. Im Organspendeausweis können Sie Ihre Entscheidung eintragen. Sie haben fünf verschiedene Wahlmöglichkeiten. Sie können angeben, ob und welche Organe Sie nach Ihrem Tod spenden wollen. Sie können auch gewisse Organe von der Organspende ausklammern. Genauso können Sie in dem Organspendeausweis eintragen, dass Sie KEIN Spender sein möchten oder die Entscheidung auf eine Person Ihres Vertrauens übertragen.

Kann ich meine Entscheidung rückgängig machen?

Ja, Sie können Ihre Entscheidung jederzeit revidieren, wenn Sie Ihre Meinung zur Organspende gändert haben. Zerreißen Sie dazu einfach Ihren alten Organspendeausweis und füllen Sie einen neuen aus. Einen neuen Organspendeausweis bekommen Sie entweder bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung unter www.organspende-info.de oder auch bei Ihrem Arzt oder Apotheker.

Muss ich meine Krankenkasse über meine Entscheidung informieren?

Nein. Sie brauchen auf das Schreiben Ihrer Krankenkasse nicht zu antworten. Sie können die Entscheidung für oder wider eine Organspende in Ruhe treffen und mit Ihren Angehörigen besprechen.

Was passiert, wenn ich den Organspendeausweis nicht ausfülle?

Wenn Sie im Todesfall keinen Organspendeausweis bei sich haben oder generell keinen Organspendeausweis ausgefüllt haben, müssen Ihre Angehörigen eine Entscheidung nach Ihrem mutmaßlichen Willen treffen. Damit bringen Sie diese womöglich in eine schwierige Situation. Diese müssen versuchen, so zu entscheiden, wie Sie es gewollt hätten. Wenn die Angehörigen sich dessen nicht klar sind, müssen sie so entscheiden, wie sie es für richtig halten.

Muss man sich vom Arzt untersuchen lassen, bevor man den Spenderausweis ausfüllt?

Nein, eine Untersuchung ist nicht notwendig und wäre zu diesem Zeitpunkt nicht sinnvoll, da sich der gesundheitliche Zustand eines Menschen fortwährend ändern kann.

Gibt es eine Altersgrenze für Organ- und Gewebespender?

Nein, es gibt keine feste Altersgrenze. Entscheidend ist das biologische und nicht das kalendarische Alter. Auch die funktionstüchtige Niere eines 65-jährigen Verstorbenen kann einem Dialysepatienten wieder ein fast normales Leben schenken. Ob gespendete Organe oder Gewebe für eine Transplantation geeignet sind, kann erst im Fall einer tatsächlichen Spende medizinisch geprüft werden.

Organspenderausweis immer dabei haben

Können Menschen unter 18 Jahren einen eigenen Organspendeausweis ausfüllen?

Ja, laut Transplantationsgesetz können Minderjährige ihre Bereitschaft zur Organspende ab dem 16. Lebensjahr und ihren Widerspruch ab dem 14. Lebensjahr erklären. Eine Einwilligung der Eltern ist nicht notwendig.

Welche Vorerkrankungen schließen eine Organ- und Gewebespende generell aus?

Eine Organentnahme ist grundsätzlich ausgeschlossen, wenn bei dem Verstorbenen eine akute Krebserkrankung oder ein positiver HIV-Befund vorliegt. Bei allen anderen Erkrankungen entscheiden die Ärzte nach den erhobenen Befunden, ob eine Organspende in Frage kommt.

Werden Organspender registriert?

In Deutschland gibt es kein Organspenderegister. Es genügt, wenn Sie Ihren Ausweis ausfüllen und diesen stets bei sich tragen.

Muss man den Spenderausweis ständig bei sich tragen?

Das ist sinnvoll, am besten beim Personalausweis. Wer das nicht möchte, sollte auf jeden Fall einer Person seines Vertrauens über seine Entscheidung informieren und sagen, wo der Ausweis zu finden ist.

Welche Voraussetzungen müssen für eine Organ- und Gewebespende von Verstorbenen erfüllt sein?

Dies ist im Transplantationsgesetz streng geregelt. Erstens muss der Hirntod des möglichen Spenders entsprechend den Richtlinien der Bundesärztekammern von zwei Ärzten festgestellt worden sein. Zweitens muss die Einwilligung des Verstorbenen in eine Organspende bekannt sein oder die Angehörigen müssen nach seinem mutmaßlichen Willen einer Organentnahme zustimmen.

Welche Erfolgsaussichten haben Organübertragungen?

Sehr gute. So funktionieren beispielsweise 88 Prozent der transplantierten Nieren noch nach einem Jahr, nach fünf Jahren sind es noch 74 Prozent. Bei den anderen Organen liegen die Erfolgsraten nur geringfügig darunter. Augenhornhäute sind sogar fast immer gut transplantierbar: 95 Prozent haben ihre volle Funktionstüchtigkeit noch nach einem Jahr, 80 Prozent nach fünf Jahren.

Weiß der Empfänger des Organs, wer es gespendet hat?

Nein, die Spende ist anonym. Auch die Angehörigen des Spenders erfahren nicht, wer der Empfänger des Organs ist. Auf Wunsch wird den Angehörigen des Spenders aber mitgeteilt, ob die Transplantation erfolgreich verlaufen ist.

(Quellen: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, Techniker Krankenkasse und Bild)

Anzeige