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Online-Spiele: So gehen Sie gegen unverschämte Rechnungen vor

Online-Spiele locken Kinder in die Kostenfalle

Das Internet ist beliebter denn je und bietet auch für Kinder jede Menge Unterhaltung und Spiele an. Doch manches, das sich nach Spiel und Spaß anhört, hat oft fiese Folgen. Angeblich kostenlose Angebote sind nicht selten doch mit Kosten verbunden. Kinder tappen schnell in diese Fallen. Was Eltern dann erwartet, sind hohe Rechnungen.

Ein kurzer Anruf, um mehr Bonuspunkte zu erhalten oder mehr Dollars auf dem virtuellen Konto – das hat auch Ann-Kathrin in die Kostenfalle gelockt. Im Online-Spiel 'Sweet Amoris' kann sich die Schülerin auf diese Art alles kaufen, was das Herz eines kleinen Mädchens höher schlagen lässt. Dadurch entstehen allerdings echte Kosten in der wirklichen Welt. Aber das wird gern verschleiert und verdrängt. Warum diese Art von Spielen besonders attraktiv auf Kinder wirkt, erklärt der Rechtsanwalt Wolfgang Wentzel: „Es werden kindertypische Farben verwendet und es kommen Kuscheltiere vor. Außerdem werden kinderspezifische Themen angesprochen und sie werden mit Unverbindlichkeit und kostenlosen Angeboten gelockt.“

Was unverbindlich und kostenlos sein sollte, entpuppt sich bei unseriösen Anbietern auf einmal als richtig teuer. Mittlerweile müssen kostenpflichtige Angebote sichtbar gekennzeichnet werden. Außerdem können Eltern eine Sperre in das Online-Spiel einbauen lassen, mit der Aufforderungen zu Spieleinkäufen unterbunden werden. Dennoch versuchen Online-Spiel-Anbieter weiterhin mit diversen Tricks an Geld zu kommen.

„Es wird natürlich versucht, den Umstand, dass etwas kostenpflichtig ist, zu verschleiern oder an versteckter Stelle einzubringen. Das ist zwar unzulässig und rechtswidrig - dennoch ist es keine Seltenheit“, weiß Wolfgang Wentzel. Die Folgen dieser Tricks haben Ann-Kathrin und ihre Mutter zu spüren bekommen. Sie bekamen zwei Rechnungen über 200 Euro nach Hause geschickt - mit Mahngebühren hat sich die Summe auf heftige 758 Euro erhöht.

Wie man als Opfer von Online-Spielen vorgehen sollte, erklärt Wolfgang Wentzel: „Man sollte nicht zahlen, sondern Widerstand signalisieren. Außerdem sollte man einen Anwalt einschalten. Kommt die Forderung von Seiten des Telefonanbieters, sollten diese Positionen rausgestrichen werden und Widerspruch gegen die Summe eingelegt werden.“

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