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Online Apotheke: Betrug bei Internetapotheken

Betrug bei Online-Apotheken
Viagra ist teuer und muss vom Arzt verschrieben werden. Ideale Bedingungen für Betrüger, die verschämte Schnäppchenjäger auf gefälschten "Apotheken"-Seiten übers Ohr hauen wollen. © dpa, A3471 Boris Roessler

"Internet-Apotheke": Betrüger, Fälscher, Schlitzohren

Beim Einkauf von Medikamenten über das Internet sollten Verbraucher höchste Vorsicht walten lassen. Neben vielen seriösen Anbietern tummeln sich im Web etliche schwarze Schafe, die nicht nur gefälschte Arzneimittel verkaufen, sondern ihren Kunden oft auf dreiste Weise das Geld aus der Tasche ziehen.

Viele Konsumenten möchten gern sparen. Da Medikamente in anderen Ländern oft preisgünstiger sind, zieht es so manchen Käufer auf die Web-Seiten ausländischer Anbieter. Ein Preisvergleich schadet ja nicht, das ist richtig. Doch manche Anbieter haben nicht immer echte Medikamente im Sortiment.

Extrem preisgünstige Präparate sollten Verbraucher misstrauisch machen, dies gilt insbesondere im Bereich der sogenannten "Lifestyle-Medikamente". Unter diesen sind zum Beispiel Potenz- oder Diätpillen zu verstehen. Die zu Dumpingpreisen in ausländischen Online-Shops angebotenen Präparate sind nicht selten Fälschungen, die entweder völlig wirkungslos sind oder gar Gesundheitsrisiken bergen.

Achten Sie auch darauf, was in der Browserzeile hinter http: steht

Doch auch von den Verkaufsseiten selbst kann für den Kunden eine Gefahr ausgehen. Einige Kriminelle bauen die Internetseiten namhafter seriöser Apotheken nach und locken mit Werbeanzeigen, die sie zum Beispiel bei Suchmaschinen schalten, Käufer zu sich. Wer nicht auf die Adresszeile im Browser achtet und sich nur auf die Optik der Web-Seite verlässt, tappt dann leicht in eine Falle.

Das Geld für die Bestellung kassieren die Betrüger, doch die georderten Medikamente treffen nie beim Kunden ein. Hinzu kommt, dass von solchen gefälschten Seiten aus häufig der Versuch unternommen wird, heimlich schädliche Software auf dem Rechner des Kunden einzuschleusen. Es kann sich beispielsweise um Spionage-Software handeln, die Konto- und Kreditkartendaten an Betrüger übermittelt.

Wie groß die Gefahr für Konsumenten ist, zeigt eine aktuelle Studie aus den USA.

Die Experten vom IT-Unternehmen KnujOn erklären in ihrem "No Prescription Required"-Report, dass von den gesponserten Werbeanzeigen für US-Apotheken bei der Suchmaschine Bing fast 90 Prozent zu gefälschten Internetseiten führen. Wer in Deutschland auf Links in Suchmaschinen-Trefferlisten klickt, sollte sich deshalb die Internetadressen in der Browserzeile sehr genau ansehen. Kleinste Variationen in der Schreibweise - zum Beispiel ein Bindestrich zwischen zwei Wörtern - führen mitunter zu betrügerischen Seiten. Dies ist jedoch nur dann zu erkennen, wenn die Originalseite und deren Adresse dem Kunden bekannt sind.

Im Zweifel lohnt es sich auch vor Ihrer Bestellung bei der Verbraucherzentrale zu fragen, ob das Angebot seriös ist.

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