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One Night Stands sind gesund - aber nur, wenn man Lust darauf hat

One Night Stands sind gesund - aber nur, wenn man Lust darauf hat
One Night Stands sind gut für das seelische Wohlbefinden - wenn man Lust darauf hat

Ohne "authentische" Lust geht es nicht

Neues aus der Kategorie "Hab ich's mir doch gedacht!", Unterpunkt Sex. Ein wissenschaftliche Studie widmete sich den Auswirkungen von One Night Stands auf das seelische Wohlbefinden. Ergebnis: Kommt drauf an. Wenn beide richtig Lust auf das singuläre Abenteuer hatten und dafür auch offen waren, wurde das Selbstbewusstsein aller Beteiligten aufgemöbelt, Stress und Ängste schwanden. Die anderen Ergebnis-Varianten kann man sich denken. Was lernen wir daraus? Eigentlich vor allem, dass man nur Dinge tun sollte, die man wirklich will und die auch zur eigenen Persönlichkeit passen. Sonst endet das ganze schnell in einer einsamen Taxifahrt um 5 Uhr morgens oder wahlweise im Kauf von 200-Euro-Joggingschuhen, bei denen man im Grunde von vorneherein weiß, dass sie nie schneller als Schritt-Tempo laufen werden.

Von Ursula Willimsky

"Authentisch" ist hier das passende Stichwort, das auch die Autorin der Sex-Studie benutzt. Wer mit "authentischen" Gefühlen beim One-Night-Stand zur Sache gehe, werde am nächsten Morgen das kurze Gastspiel mit einem Plus an Wohlbefinden beenden. Langfristig am befriedigendsten fallen Kurzzeit-Kontakte übrigens aus, wenn beide recht offen waren und das den anderen auch spüren ließen.

Wer "sexuell nicht ganz so offen" sei, bei dem könnten sich die Effekte des One Night Stands eher ins Negative wenden, so die Studie, für die 371 Studenten befragt wurden. Auch das mag sich die ein oder andere Nicht-Psychologin schon vor der Studie gedacht haben. Wir finden aber, dass man ein beherztes "Mädel, mach, was du willst – und zwar wirklich nur, was du willst. Denn das tut dir am besten" in Zeiten der sexuellen Selbstbestimmung gerne auch mal wiederholen darf. Denn Selbstbestimmung heißt ja, dass man ja oder nein sagen kann. Auch wenn einem das Leben der Freundinnen vielleicht suggeriert, dass man selber ein langweiliges, monogames Huhn ist. Oder man das Gefühl hat, ein Lotterleben zu führen, und alle anderen es "richtig" machen.

Männer sehen One Night Stands positiver als Frauen

Ob der Sex mit einem Fremden ein prickelndes Erlebnis wird oder eher etwas für die Abteilung Verdrängung, hängt - so die Studie und die allgemeine Lebenserfahrung - von vielen persönlichen und auch situativen Faktoren ab. Immerhin scheinen Männer nach einem flüchtigen Abenteuer im Allgemeinen zufriedener aufzuwachen als Frauen: Von der Universität Durnham wissen wir, dass nur 54 Prozent aller Frauen ihre Erfahrungen mit One Night Stands als "durchweg positiv" sehen – aber immerhin 80 Prozent der Männer. Sie buchen die entsprechende Nacht für sich gerne als Erfolgserlebnis ab, während die Frauen sich danach häufig "benutzt" fühlten (da passt es wieder, das Stichwort "Authenzität"!).

Ähnliches ist auch aus Iowa zu berichten: Dort standen gleich 24.000 Studenten Rede und Antwort zum Thema One Night Stand. Das Endergebnis: Beim Lustfaktor stand es 2:1 für die Männer (80 Prozent hatten einen Orgasmus, aber nur 40 Prozent der Frauen).

Aber diese 40 Prozent scheinen es ja genossen zu haben. Ein Schäferstündchen hier, ein Quickie da – wer gerne mal den netten Kerl vom Tisch da drüben mit nach Hause nimmt, kann das dank der Studie ab jetzt nicht nur aus Spaß machen, sondern auch in dem wissenschaftlich erwiesenen Bewusstsein, der Seele etwas Gutes zu tun. Muss ja nicht immer Yoga sein.

Zum Schluss gibt es für die Freundinnen des unverbindlichen Sex, die nebenher auf der Suche nach Mr Right sind, noch eine gute Nachricht aus Chicago: Dort fand man heraus, dass aus One Night Stands durchaus langfristige Beziehungen entstehen können. Und dass diese Paare im Schnitt angeblich glücklicher und zufriedener zusammenleben als Paare, die sich mit der Annäherung Zeit gelassen hatten. Und was lernen wir daraus? Geht alles, man muss es nur authentisch wollen…

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