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Ökotest hat Potenzmittel getestet: Die sichere Erektion gibt's nur auf Rezept

Welche Potenzmittel helfen wirklich?
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Welche Potenzmittel helfen wirklich?

Öko-Test hat 19 Potenzmittel getestet: Acht gab es auf Rezept in der Apotheke, zwei ergänzend bilanzierte Diäten gegen Erektionsstörungen ebenfalls aus der Apotheke und neun Nahrungsergänzungsmittel aus Erotikshops, die eine Bereicherung des Liebeslebens versprechen.

Sie heißen Eumel-Bull-Kraft, Spanische Liebestropfen und Penisex. So vielversprechend ihre Namen auch klingen – Öko-Test verteilte an alle ein ungenügend oder mangelhaft. Grund: Vitamine und Mineralstoffe wurden nach dem Gießkannenprinzip beigegeben. Dass diese auch tatsächlich eine Potenz steigernde Wirkung haben, ist nicht bewiesen. Bei dem Produkt Eumel-Bull-Kraft ist einer der Inhaltsstoffe Rinderhodenextrakt, dieser ist auch fett auf die Packung gedruckt. Nur Rindviecher glauben daran. Das nützt absolut nicht!

Sechs Produkte sind allerdings auch sehr empfehlenswert für ein besseres Sexleben. Die Potenzmittel Caverject, Cialis, Levitra, Muse, Viagra und Viridal sind alle rezeptpflichtig und bekamen von Öko-Test ein sehr gut.

Zusammengefasst: Sichere Hilfe gibt es nur auf Rezept. Das muss den Männern klar sein. Denn die Wirksamkeit der meisten Mittel, die der Arzt verschreibt, ist belegt. Inhaltsstoffe Sildenafil (Viagra), Tadalafil (Cialis) und Vardenafil (Levitra) zählen zu den PDE-5-Inhibitoren. Sie hemmen ein Enzym, das den Penis wieder abschwellen lässt.

Nebenwirkungen gibt es aber dennoch: So können Männer, die regelmäßig Viagra nehmen, schwerhörig werden. Das steht auch im Beipackzettel des Produkts und hat eine kürzlich veröffentliche US-amerikanische Studie bestätigt. Bei den Potenzmitteln Levitra und Cialis wurde Schwerhörigkeit als Nebenwirkung nicht festgestellt. Lebensbedrohlich sind diese Mittel für Männer, die nitrathaltige Arzneimittel zur Vorbeugung von Brustenge einnehmen. Das würde eine gefährliche Kombination ergeben, die zu einem lebensbedrohlichen Blutdruckabfall führen kann.

Für Männer, die nicht zu Tabletten greifen dürfen oder wollen, gibt es den Wirkstoff Alprostadil. Hierbei handelt es sich um ein körpereigenes Prostaglandin. Der Botenstoff wirkt stark entspannend auf die glatte Muskulatur der Schwellkörper im Penis. Er schwillt an – es kommt zur Erektion. Die Einnahme ist nicht ganz so einfach, wie eine Pille mit einem Glas Wasser zu schlucken. Sie muss direkt vor Ort verabreicht werden: Das heißt, entweder per Spritze oder per Applikator direkt in die Harnröhre.

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