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'Öko-Test': Babyartikel aus Online-Shops voller Chemie

Babysachen aus Online-Shops
'Öko-Test' hat Online-Shops für Babyartikel unter die Lupe genommen. Mit erschreckendem Ergebnis. © picture alliance, CHROMORANGE / fotototo

Manche Spielzeuge sind wie Sondermüll

Dass werdende Mütter die Erstausstattung für den Nachwuchs auch im Online-Shop kaufen können, ist praktisch. 'Öko-Test' hat jetzt geprüft, wie gut und sicher Textilien und Spielzeug fürs Neugeborene von vier Internet-Anbietern sind. Dabei ging es um Schadstoffe, gefährliche Kleinteile, aber auch um die Benutzerfreundlichkeit. Erstes Ergebnis: Die ausgewiesenen Naturversender Hess Natur und Hans Natur bieten werdenden Müttern die Gewähr, weitgehend giftfreie Artikel zu kaufen.

Hess Natur punktete mit sechs Mal 'sehr gut' und vier Mal 'gut' bei zehn bestellten Artikeln. Hess Natur hat den im Test strengsten Maßstab dafür, was Bio ist und was nicht. Hans Natur schnitt sehr ähnlich ab, mit nur einem Ausreißer: Deren Naturbauklötze fielen durch den Test, da sich Rindenstückchen vom Holz lösen konnten, die beim Verschlucken eine Gefahr für das Baby darstellen.

Verbaudet bietet giftiges Hüpftier an

Im Test waren außerdem noch die Versender Baby Butt und Verbaudet. Letzterer wollte den Testern so gar nicht gefallen: Von den zehn bestellten Produkten waren zwei 'ungenügend' und eines 'mangelhaft'. Vor dem Hüpftier 'Betsy' und dem Kuscheltier Esel muss gewarnt werden. Insbesondere 'Betsy' ist mit gleich sechs Schadstoffen mehr eine Giftmüll-Deponie als ein Spielzeug. Kein einziger Verbaudet-Artikel schnitt 'sehr gut' ab. In der Schule hieße das: Nicht versetzt!

Auch Baby Butt konnte nicht wirklich überzeugen: Nur einer von zehn Artikeln war 'sehr gut', einer war 'ausreichend', je vier kamen auf die Note 3 und 4. Optische Aufheller und halogenorganische Verbindungen haben in Baby-Artikeln eigentlich nichts zu suchen.

Beim Thema Benutzerfreundlichkeit schnitten alle Shops 'gut', Hess Natur sogar mit 'sehr gut' ab. Dort gab es allerdings Probleme mit den AGBs: Dass sich der Anbieter bei vergriffener Ware vorbehält, einen Ersatz zu schicken, wird gerügt. Die Widerrufsbelehrung war veraltet und somit unwirksam, und die Aufforderung, Ware in Originalverpackung zurückschicken zu müssen, sei missverständlich, so die Tester. 'Öko-Test' weist darauf hin, dass das nach geltendem Recht nur eine Bitte sein kann.

Auch Versender Verbaudet fällt in Sachen Rahmenbedingungen negativ auf: Es werden viel zu viele Daten abgefragt, die Übersicht der bestellten Artikel ist schlecht und Daten werden zum Teil unverschlüsselt übertragen. Dass eine Bestellung nur nach Anmeldung möglich ist und dass der Besteller sich gleich 27 Cookies auf seinen Rechner lädt, gibt weitere Rügen.

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