Öffentliche Gelder für Pornos? Das fordern Berliner Jusos auf dem SPD-Landesparteitag

Sollen Pornos mit öffentlichen Geldern gefördert werden?
Sollen Pornos mit öffentlichen Geldern gefördert werden? Heißer Antrag der Berliner Jusos 00:02:15
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'Feministische Pornos' als Alternative zu Sexismus in Sexfilmen?

Oha, dieser Antrag hat erotische Sprengkraft - und er wird beim kommenden Landesparteitag der Berliner SPD garantiert heiß diskutiert! Die Jusos möchten erreichen, dass öffentliche Gelder in die Produktion von pornographischen Filmen fließen. Sie fordern, dass öffentlich-rechtliche Sender sich beteiligen oder dass die Institutionen der Filmförderung sich einbringen.

Die Jusos haben etwas gegen sexistische und rassistische Stereotype in Pornos

Aber wieso sollte der Staat als Pornoproduzent auftreten? Aus Sicht der Nachwuchspolitiker ist die ständige Berieselung mit Standard-Pornos problematisch. Die Mainstream-Pornos zeigen oft sexistische und rassistische Stereotype - bei denen scheinbar perfekte (und oft künstliche) Körperformen vorgeführt werden. Es handelt sich um eine Erotik voller Klischees. Häufig sind die Inhalte extrem frauenverachtend. Wenn Jugendliche diese Bilder zur Aufklärung nutzen, könnten falsche Vorstellungen und Erwartungen geweckt werden. Ihr Menschenbild wird dadurch eventuell negativ beeinflusst.

Antrag für 'Feministische Pornos' offiziell für den SPD-Landesparteitag eingereicht

Deshalb möchten einige Jungpolitiker der Jusos jetzt 'feministische Pornos' durch die Politik fördern lassen. Der anstehende SPD-Landesparteitag in Berlin soll sich damit befassen. Ein entsprechender Antrag wurde offiziell eingereicht. Er trägt den Titel: 'Antrag 60/II/2017 'Dirty Diaries' auch in Deutschland!'.

Verfasst wurde das Dokument von der 25-jährigen Frerike Thom. In einem Interview mit dem Radiosender 'radioeins' erklärte sie, was für sie den 'feministischen Porno' auszeichnet: Eine Vielfalt von natürlichen Körperformen und sexuellen Vorlieben wird gezeigt. Außerdem sprechen die Akteure miteinander und klären ab, was der anderen Person gefällt.

Die schwedische Pornosammlung 'Dirty Diaries' als Vorbild

Sexfilme unter der Regie von Frauen: Dirty Diaries
Das Aushängeschild des 'feministischen Porno': Dirty Diaries'.

Thom nennt als Vorbild das Filmprojekt 'Dirty Diaries' (auf Deutsch: 'Schmutzige Tagebücher'). Regisseurinnen nahmen dafür verschiedene erotische Szenen auf und Schweden hatte die Filmsammlung im Jahr 2009 mit öffentlichen Geldern gefördert.

Der Landesparteitag der SPD in Berlin findet am 11. November statt. Die Jusos sind die Nachwuchsorganisation der SPD.

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