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Obdachloser wird von Musikern besungen - Alles nur Fake?

Virales Video erntet heftige Kritik

Über 16 Millionen Mal wurde das Video von vier Offenbacher Musikern geliked. Darin spricht ein junger Mann einen Obdachlosen an und fängt an auf dessen Eimer zu trommeln. Dann kommen zwei weitere Musiker hinzu und das Trio fängt an zu singen. Die Menschen bleiben stehen, lauschen der Musik und spenden. Ganz offensichtlich handelt es sich um ein Video, das auf die Situation der Obdachlosen aufmerksam machen soll. Doch warum ernten die vier jungen Musiker jetzt auf einmal so viel Kritik für ihre Aktion?

Obdachloser wird von Musikern besungen - Alles nur Fake?
Der Obdachlose in diesem Viral-Video ist nur ein Schauspieler

Junge Menschen singen für einen Obdachlosen und müssen sich dafür Kommentare anhören wie: "Armselig und widerlich" oder "Und ich dachte, es würde euch wirklich interessieren." Aber warum? Ist das virale Video nicht aus reiner Hilfsbereitschaft entstanden? Die Antwort: Jein. Die vier Studenten wollten tatsächlich etwas Gutes tun und mehr Menschen auf die Situation von Obdachlosen aufmerksam machen. Allerdings ist der Mann, dem sie im Video besingen, gar nicht obdachlos – sondern ein Schauspieler.

Das sorgt momentan für einen großen Wirbel um das Video. Sogar ein amerikanischer Fernsehsender berichtet mit Empörung über das YouTube-Video. Die Macher – vier deutsche Studenten – wollten damit aber gar nicht Böses, sondern lediglich zu mehr Menschlichkeit aufrufen. Nutzer im Netz allerdings werfen den Musikern vor, sie wollen nur auf sich selbst aufmerksam machen, schließlich singen sie auch einen selbstgeschriebenen Song.

"Aus Respekt vor den Obdachlosen"

In Wirklichkeit hat es aber einen ganz anderen Grund, dass die Studenten sich für einen Schauspieler statt einem echten Obdachlosen entschieden. "Wir haben uns so entschieden, aus Respekt vor den Obdachlosen. Wir wollten nicht einfach irgendjemanden filmen und das ins Netz stellen", erklärt Andreas, einer der Musiker.

Die Meinungen der Menschen zu dem Video bleiben dennoch geteilt. Selbst wenn es für einen guten Zweck ist – darf man ein Video für einen guten Zweck einfach "faken"? Die Studenten jedenfalls versichern, sie hätten mit dem Clip kein Geld verdient.

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