LIEBE LIEBE

Ob mit Alkohol oder ohne - Hauptsache gemeinsam

Alkoholkonsum von Paaren stärkt die Beziehung
Alkoholkonsum von Paaren stärkt die Beziehung Gemeinsamkeiten erhöhen die Qualität der Partnerschaft 00:00:25
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Zusammen Alkohol genießen macht die Liebe stark

Seit Menschheitsgedenken zerbrechen sich die Leute darüber den Kopf, was das Geheimnis einer glücklichen Ehe ausmacht. Es gibt in dieser Hinsicht zwei große Lager: Die einen zählen auf die Gemeinsamkeiten, die Liebende durch ein Leben tragen. Die anderen glauben, dass gerade Verschiedenheiten für Reibung und damit für die Frischhaltung der Gefühle sorgen.

Liebesexpertin Birgit Ehrenberg
Liebesexpertin Birgit Ehrenberg kennt sich aus.

Ich persönlich bin davon überzeugt, dass die Harmonie in einer Partnerschaft von Gemeinsamkeiten abhängt. Darunter fällt auch etwas vermeintlich Banales wie die Gestaltung des Alltags, zum Beispiel Trink – und Essgewohnheiten, die bei gründlicher Betrachtung eben keineswegs banal sind, sondern viel darüber verraten, wie jemand das Leben angeht, welche Rolle der Genuss in seinem Dasein spielt. Ich war einst mit einem Mann zusammen, der nicht gern gegessen hat, die Mahlzeiten hatten für ihn die Funktion der reinen Nahrungsaufnahme. Für mich hat Essen mit Funktionen nichts zu tun, Kochen ist eine Kunst, Essen ein sinnliches Vergnügen. Diese Beziehung war für mich, die ich gern koche und noch lieber esse, eine Katastrophe.

Die liebenden Geister können sich nicht nur an der Einstellung zum Essen scheiden, auch beim Alkoholkonsum trennt sich häufig Spreu vom Weizen. Ich spreche hier ausdrücklich nicht von Sucht, sondern vom generellen Verhältnis zum Trinken von Alkohol, insbesondere zum Genuss von Wein.

Wein steht für eine Kultur des Genießens, und mir sind viele Paare bekannt, die darin schwelgen, sich über Weine zu unterhalten, neue Tropfen auszuprobieren und damit ihre Liebe bereichern.

Dieses Kriterium für eine glückliche Beziehung ist nun von Liebesforschern durch eine Studie wissenschaftlich belegt worden. Sie zeigt auf, dass die Trinkgewohnheiten lange verheirateter Paare einen wesentlichen Einfluss auf ihr Eheglück haben.

4864 verheiratete Menschen wurden in einer Langzeituntersuchung zwischen 2006 und 2012 dazu befragt, wie sie es mit dem Trinken von Alkohol halten. Die Paare mussten für die Teilnahme über 50 Jahre alt sein, waren im Durchschnitt seit 33 Jahren verheiratet und lebten zu zwei Dritteln in ihrer ersten Ehe.

Ergebnis: Vor allem Frauen sind deutlich unzufriedener in ihrer Beziehung, wenn sie selbst Alkohol trinken, ihr Partner dagegen nicht. Die Menge Alkohol, die von den Studienobjekten konsumiert wurde, war für die Forscher weniger wichtig als die Tatsache, ob sie dieselben Angewohnheiten haben: Egal ob Trinker oder Abstinenzler, Hauptsache gemeinsam.

Damit wären wir wieder bei meiner Theorie, wie eine Ehe gelingt. Gleich und gleich gesellt sich gern, heißt es im Volksmund. Die Gegenthese, dass Reibung Energie erzeugt und diese die Beziehung beflügelt, überzeugt mich schon deshalb nicht, weil die Studie über Trinkgewohnheiten beweist, dass Unterschiede Konflikte mit sich bringen.

Ob Ihr nun mit Eurem Partner gemeinsam am Sauvignon Blanc nippt, ein Weizenbier genießt oder Seite an Seite ein Glas Milch trinkt, die Gemeinsamkeit ist es, die Eure Liebe leicht macht.

In dem Sinne sage ich “Prosit (- es möge nützen)!“

Eure Birgit

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