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Nur die zweite Wahl: Was tun, wenn man nicht die große Liebe ist?

Nur die zweite Wahl: Was tun, wenn man nicht die große Liebe ist?

Alle Frauen wollen die Nummer 1 sein

Fast alle Frauen haben diesen dringenden Wunsch an das Leben und die Liebe: Sie möchten die Nr. 1 sein für ihren Partner. Das ist das Liebesranking. Eine weitere Frau wird nicht geduldet. Mehrere Frauen auch nicht.

Ich kann das gut verstehen, wage aber einzuwenden, dass wir leider nicht in einer Welt leben, in der die Wirklichkeit den Wünschen folgt.

Der Widerspruch zwischen Wirklichkeit und Wunsch führt in der Liebe mitunter zu Katastrophen. Frauen, die zum Beispiel nicht wunschgemäß in ihrer Beziehung mit einer Rivalin konfrontiert werden, rasten in der Regel aus. Sie greifen zu allen erlaubten und unerlaubten weiblichen Waffen, um die andere Frau auszuschalten. Manchmal gelingt das. Die andere Frau verzieht sich. Oder der Mann besinnt sich von allein.

Was aber, wenn diese Frau, gegen die man kämpft, gar nicht präsent ist im täglichen Leben? Wenn sie dem Liebsten keine verführerischen SMS schreibt oder dergleichen. Wenn man boxen und schreien und intrigieren kann, wie man will, aber ins Leere agiert? Wenn diese Frau ein Schatten aus der Vergangenheit ist, ein sehr langer Schatten, der tief in das gegenwärtige Leben eines Mannes hineinreicht?

Solche Fälle gibt es. Und nicht selten. Dann ist man zwar im Leben des Mannes die einzige Frau, doch nicht die Nr. 1. Das tut weh. Man wird überall mit den Erinnerungen des Mannes konfrontiert. Spricht er über sie, wird seine Stimme weich und zärtlich, wie man sie nie gehört hat. Sie aber hören möchte. Sieht man Fotos von den beiden, entdeckt man ein Lächeln in seinem Gesicht, das man selbst noch nie so gesehen hat. Das man gern sehen möchte, weil das Lächlen selig ist. Man selbst möchte die Ursache dieser Seligkeit sein.

Vielleicht traut man sich und fragt eines Tages zu seinem Partner: "Sage bitte, hast Du diese Frau sehr geliebt? Liebst Du sie noch?"

Nehmen wir an, das Zusammensein mit dieser Frau ist Lichtjahre her, wird der Mann antworten, dass er sie nicht mehr liebt. Vor allem, wenn sie ihn verlassen hat. Dann sagt er es schon allein aus Gründen des Stolzes. Als Frau merkt man, ob er die Wahrheit sagt. Das Wissen darum kommt direkt aus dem Bauch. Jede Frau hat dafür einen Instinkt.

Es hilft dann nicht, zu bohren, ihn mit Fragen zu bedrängen – warum, wieso usw. Wenn einem klar wird, dass er diese Frau geliebt hat auf eine Weise, die derart intensiv war, dass man selbst einfach die Nr. 2 ist und bleiben wird, dann kann man dagegen nichts ausrichten.

Es ist ein Kampf gegen Windmühlen. Männer sind sentimental. Sie hängen viel mehr an der Vergangenheit als Frauen. Gewiss kann man auch als Nr. 2 ein nettes Leben führen mit einem Mann, der einmal eine Nr. 1 hatte, die jetzt möglicherweise in Tokio wohnt, dick geworden ist, nicht mehr sein Fall ist. Die er nicht zurückhaben will.

Trotzdem ist da diese schnöde Nr. 2-Kategorie, in die man selbst fällt emotional. Ein Abstieg! Ich würde mir schwer überlegen, ob das aushaltbar ist. Das ist irgendwie kläglich, das ist ein Kompromiss, den man nicht verdient hat. Der nagt auch an der eigenen Liebe, da ist der Mann auch nicht mehr lange die Nr. 1 für einen. Die Prognose stelle ich.

Ich bin geneigt zu sagen, dass ich eine reale Bedrohnung durch eine reale Frau aushaltbarer finde. Da wüsste ich, was ich zu tun habe, was ich versuchen kann. Wobei mir nicht jedes Mittel Recht wäre. Ich würde ausprobieren, was geht, würde mich eventuell mit der Frau an einen Tisch setzen. Mit einer Frau aus Fleisch und Blut.

Mit einem Gespenst aus der Vergangenheit geht das nicht. Es entzieht sich, lebt im Kopf und im Herzen des Mannes. Es hat große Macht, gegen die man nichts ausrichten kann. Damit möchte ich nicht leben.

Alles Liebe, Eure Birgit

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