Nullnummer: Bischöfe beenden ihre Synode ohne konkretes Ergebnis

Keine klaren Antworten: Bischofssynode berät erfolglos über Ehe und Familie
191 internationale Bischöfe berieten im Vatikan u.a. über Ehe, Familie und Homosexualität. © picture alliance / dpa, Fabio Frustaci / Eidon

Ehe und Familie: Die müssen's ja wissen

Zwei Wochen hatten die katholischen Bischöfe Zeit, um ihre Kirche und deren gesellschaftliche Bedeutung endlich wieder ein großes Stück voran zu bringen und die Entfremdung zwischen Kirche und Gläubigen ein kleines Stück geringer werden zu lassen – doch das Ergebnis ihrer Beratungen grenzt (mal wieder) an Lächerlichkeit.

Von Merle Wuttke

191 internationale Bischöfe hatte Papst Franziskus zur Außerordentlichen Dritten Bischofssynode in den Vatikan eingeladen. Die Themen waren unter anderem: Ehe, Familie und der Umgang mit Homosexuellen. Das Kirchenoberhaupt wollte eine moderne Annäherung an diese alten Themen finden, ein Zeichen setzen, zeigen, dass die katholische Kirche gewillt ist, sich den neuen gesellschaftlichen Herausforderungen zu öffnen.

Immerhin hat dieser Papst verstanden, dass man mit der Kirchenpolitik nicht einfach wie bisher weiter machen kann - offenbar als einer von Wenigen. Denn herausgekommen ist nach den zwei Wochen mal wieder - nichts. Für den Abschlussbericht konnten sich die Bischöfe nicht auf einen Konsens einigen, was etwa den Umgang mit Wiederverheirateten und Homosexuellen angeht.

An Papst Franziskus liegt es nicht

Aber was darf man auch erwarten, wenn knapp 200 alte Männer, die selbst unverheiratet und kinderlos sind, über Sexualität, Ehe und Familie sprechen. Da hat sich ja praktisch die geballte familien- und sexualpolitische Kompetenz in Rom getroffen. Gut, zum Thema Homosexualität hätte der ein oder andere Teilnehmer wahrscheinlich tatsächlich einiges aus dem eigenen Erfahrungsschatz beisteuern können, aber natürlich nicht hier, so offiziell.

Denn Schwulsein ist ja immer noch "Bäh!" in der katholischen Kirche, dabei gibt es Schätzungen, die davon ausgehen, dass bis zu ein Drittel der Priester homosexuelle Neigungen haben. Stattdessen beschließt die Synode in ihrem Abschlusspapier lieber Schwulen mit "Achtung, Mitleid und Takt" zu begegnen. Ja, toll. Das freut das schwule Paar. Offen diskriminiert darf es jetzt von dem Pfarrer vor Ort nicht mehr werden, aber vor den Altar treten darf es eben auch nicht.

"Oh Mann", möchte man denen zurufen, "jetzt hattet ihr die Chance, etwas zu ändern - und zu zeigen, dass euch tatsächlich etwas an den Menschen liegt, die an euch glauben - und was macht ihr? Den alten Sche..!" Dabei würden selbst Atheisten Papst Franziskus gönnen, dass er schafft, etwas in seiner Kirche zu bewegen - mit seiner Art zu führen ringt er auch Nichtgläubigen jede Menge Respekt ab. Ihm zumindest scheinen seine Schäfchen und ihr Lebensglück tatsächlich am Herzen zu liegen.

Nächstes Jahr im Herbst wollen sich die Bischöfe erneut zum Diskutieren treffen. Hoffen wir, dass dann mehr von ihnen zu hören sein wird, als dass, womit sie sich schon seit Jahren selbst das Wasser abgraben.

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