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Null Bock auf Schule? So steuern Eltern dagegen

Der lange Weg zum Schulabschluss
Der lange Weg zum Schulabschluss So unterstützen Eltern ihre Kinder am besten! 00:02:08
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OECD-Bildungsreport zeigt, wo Probleme im Schul- und Ausbildungssystem liegen

In kaum einem anderen Land gehen prozentual so viele junge Leute zur Schule, sind in der Ausbildung oder haben einen Job wie in Deutschland. Aber der neue OECD-Bildungsreport zeigt auch: Der Anteil der Menschen ohne abgeschlossene Ausbildung oder Schulabschluss ist seit Jahren gleich. Er liegt bei den 25 bis 34-Jährigen bei 13 Prozent. Wir zeigen, warum Jugendliche ihren Abschluss vermasseln und was Eltern gegen eine Null-Bockmentalität der Kinder tun können.

Die Gründe für diese Null-Bock-Einstellung sind vielfältig

Arbeiten gehen, ein schönes Leben haben - das wünschen sich die meisten jungen Leute. In der Praxis schaffen aber längst nicht alle ihren Schulabschluss, weiß Schulleiterin Marion Böttger von der Helmholtz Oberschule: "Wir haben eine ganze Menge Kinder, die Probleme bei ihrer Entwicklung haben, auch Probleme im Elternhaus oder es sind eben Kinder, die es nicht schaffen, früh aufzustehen und in die Schule zu kommen oder die lieber nur zuhause sitzen und totale Einzelgänger sind."

Die Gründe für diese Null-Bock-Einstellung sind vielfältig. Damit es erst gar nicht dazu kommt, dass Ihr Kind nicht mehr zur Schule gehen will, können sie auf bestimmte Anzeichen achten: "Die Warnhinweise erkennen Sie am besten, wenn Sie Ihr Kind beobachten. Es kann schon bei der Optik anfangen, wenn das Kind sich spontan verändert - auch im Wesen - und ein Rückzug da ist oder sogar selbtsverletzendes Verhalten. Schauen Sie, welchen Freundeskreis es hat, versuchen Sie vielleicht auch mal mit den Freunden ins Gespräch zu kommen", rät Susanne Lange vom SOS Bildungszentrum.

Seit Jahren bleibt der Anteil junger Menschen ohne qualifizierten Abschluss gleich hoch. Oft liegt das auch daran, dass Jugendliche keine Perspektive, keine Ziele vor Augen haben: "Die kennen Schule, die haben für Mathe gelernt, alles wieder vergessen, aber wissen nicht, was danach kommt. Hier ist es wichtig, dass in einem Netzwerk von Berufsberatern, gute Kooperationen zwischen Schule, Eltern, Sozialarbeitern hergestellt werden“, sagt Sozialpädagoge Thomas Sonnenburg. Und das schafft die Schule nicht allein. Profis und Eltern müssen zusammenarbeiten, damit die Kids eine Perspektive haben und damit die Zukunft nicht zu abstrakt ist.

Daher gibt es in jeder Stadt verschiedene Projekte und Förderprogramme von Schulen, Organisationen oder Arbeitsagenturen, um Menschen bei ihrem Schul- und Berufsabschluss zu unterstützen.

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