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Notoperation nach der Geburt - Eltern berichten von Schock-Erlebnis

Christina ist den Tränen nahe, als sie von ihrer Geburt erzählt. Tränen der Freude und Tränen der Angst. Sie hält ihren zwei Tage alten Sohn Moritz im Arm, drückt ihn fest an sich. Nach der Geburt war nicht klar, ob Christina überleben würde.

Von Ondra Menzel

Christinas Plazenta hatte sich nach der Geburt nicht richtig gelöst, es kam zu einer Plazentaretention. Sie verliert in kurzer Zeit viel Blut und schwebt in Lebensgefahr. Ihr Mann Roger bangt stundenlang um seine Frau. Der kleine Moritz ist zum Glück kerngesund, er hat keine Schäden von der Geburt davon getragen.

Doch Mama Christina kämpft sich zurück ins Leben und zu ihren Lieben. Endlich ist die kleine Familie vereint. Die frischgebackenen Eltern sind überwältigt von ihren Gefühlen. Mit einer Problemgeburt konnten sie nicht rechnen.

Im Interview mit unserer Redakteurin Ondra Menzel erzählen Christina und Roger, wie sie die letzten Stunden erlebt haben. Der coole Papa Roger wird ganz schwach, als er von seinen Gefühlen nach der Geburt erzählt und davon, wie es ist Moritz und seine Frau endlich im Arm zu halten.

Was genau ist eine Plazentaretention?

Christina wird im Herbst 35. Sie ist damit etwas älter als die Durchschnittsdeutsche bei der ersten Geburt. Ihr Alter hat aber nichts mit der Problemgeburt zu tun. Für Christina ist es das perfekte Alter, um schwanger zu werden: „Dadurch, dass ich etwas älter bin, stehe ich mitten im Leben und kann mich besser um mein Kind kümmern.“ Einen Nachteil gibt es für Christina aber auch: „Wir wollen noch mehrere Kinder haben, nach hinten ist man dann natürlich eher begrenzt.“

Eine Plazentaretention bedeutet, dass entweder die gesamte Plazenta (Mutterkuchen oder auch Nachgeburt), Teile davon oder die Fruchtblase bei der Geburt in der Gebärmutter bleiben. Normalerweise werden die Plazenta und die Fruchtblase auf natürliche Weise abgestoßen.

Eine Plazentaretention kommt nur sehr selten vor. Bevor es zu einer Notoperation kommt, wird zunächst versucht, den Lösungsprozess der Plazenta mit einer Injektion zu fördern. Wenn die Injektion eingeführt wird, wird eine Hand zur Stabilisierung der Gebärmutter auf den Bauch gelegt und mit der anderen Hand vorsichtig an der Nabelschnur gezogen.

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