Nördliches Breitmaulnashorn ist ausgestorben - letzter Bulle tot

Nur noch sechs lebende Tiere

Was hat das Nördliche Breitmaulnashorn mit den Dinosauriern gemeinsam? Seit vergangener Woche dies: Es ist ausgestorben. Zumindest so gut wie. Der Nashornbulle Suni ist jetzt in einem kenianischen Reservat tot aufgefunden worden. Damit ist der letzte seiner Art in freier Wildbahn, der vielleicht noch für Nachwuchs hätte sorgen können, tot. Es gibt nur noch sechs weitere Tiere der Gattung Nördliches Breitmaulnashorn und die sind entweder weiblich oder zu alt für die Vaterschaft. Es ist für die bis zu knapp zweieinhalb Tonnen schweren 'Kolosse der Feuchtsavanne' also eine Art 'Aussterben zum Zuschauen'.

Nördliche Breitmaulnashorn
Von fünf Nashornarten sind seit vergangener Woche nur noch vier übrig. Die sechs verbliebenen Exemplare des Nördlichen Breitmaulnashorns werden eines nach dem anderen sterben ohne Nachwuchs zu hinterlassen.

Und was dem Breitmaulnashorn widerfährt, geschieht mit vielen Tierarten: Jede vierte Säugetierart ist vom Aussterben bedroht. Die Menschen schlachten sie ab wegen ihres Horns oder vertreiben sie aus ihren angestammten Regionen. Sobald ein Tier in auch nur vermutete Konkurrenz zum Menschen tritt, sich nicht mehr verstecken kann, ist es geliefert. Jäger und um ihre Ernte fürchtende Bauern sind aber nur die Spitze des Eisbergs. Die größere Bedrohung der Tierwelt geht von der immer intensiveren Ausbeutung unseres Planeten aus, die den ungezügelten Konsumhunger der Menschen befriedigen muss.

Schuld am Aussterben ganzer Spezies sind deshalb weniger die Jäger, sondern wir, die wir alle zwei Jahre ein neues Handy brauchen und alle fünf Jahre ein neues Auto. Die wir jährlich 20 bis 30 Kilo immer billigere Kleidung und Erdbeeren im Winter kaufen und die es nicht interessiert, dass die Rosen beim Discounter vom fruchtbarsten Land Äthiopiens stammen, von dem die Bauern vertrieben wurden. Wer nicht will, dass immer neue Tierarten aussterben, sollte vielleicht nicht irgendwelchen Tierschützern spenden, sondern - hier und jetzt - sein eigenes Konsumverhalten auf den Prüfstand stellen. Und er könnte heute Abend vielleicht eine Kerze anzünden: Zum Andenken an das Nördliche Breitmaulnashorn.

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