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Nickel und Weichmacher im Spielzeug: So belastet ist das Kinderzimmer

Gift im Spielzeug
© dpa, Rolf Vennenbernd

Nickel in Metallbaukästen

Gift im Spielzeug: Es gibt kaum miesere Ideen, auf die ein Hersteller verfallen kann, als diese und trotzdem ist giftiges Spielzeug nicht selten. Problematisch sind besonders Weichmacher und Nickel. Metallbaukästen und Modellbaukästen sollten vom Gabentisch komplett gestrichen werden, denn fast 90 Prozent der untersuchten Spielzeuge sind zum Teil dramatisch giftbelastet. Das teilt das Bundesamt für Risikobewertung (BfR) jetzt mit.

Das BfR ermittelte in 29 der 32 untersuchten Baukästen eine Nickelfreisetzung, die den Grenzwert bis zu 800-fach überschritt. Nickel kann über die Haut und auch über den Mund aufgenommen werden und löst eine Kontaktallergie aus. Betroffene Kinder entwickeln dann schon beim geringsten Nickelkontakt schwere Hautschäden.

Das gilt lebenslang und führt zu schweren Einschränkungen und Behinderungen im Alltag, da Spuren von Nickel in vielen Produkten enthalten sind. Das BfR erwähnt Lebensmittel, Schmuck, Lederwaren, aber auch Zahnersatz und Körperimplantate, die bei einer Nickelallergie zu Problemen führen. Rund zehn Prozent aller Kinder sind bereits nickelempfindlich.

Auch Weichmacher belasten das Spielzeug

Zweite Gefahrengruppe sind sogenannte Weichmacher. Es handelt sich um Substanzen, die spröden Kunststoffen beigegeben werden, um sie elastischer zu machen. Eigentlich sind sie bei Kinderspielzeug verboten, da sie Unfruchtbarkeit, Leberschäden oder Verhaltensstörungen auslösen oder fördern können.

Jetzt wurden Weichmacher in lackiertem Holzspielzeug und besonders im Lack von Buntstiften entdeckt. Mehr als jeder 5. Buntstift (21 Prozent) enthielt die verbotenen Weichmacher. Bei lackierten Holzspielzeugen war jedes 11. Produkt betroffen.

Grundsätzlich empfiehlt das BfR, auf Spielzeug mit deutlich wahrnehmbarem Geruch zu verzichten. Dies sei oft ein Anzeichen für eine erhöhte Schadstoffbelastung.

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