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Neurofeedback bei ADHS und ADS: Therapie durch Gehirntraining

Neurofeedback-Therapie für ADHS- und ADS-Patienten
ADHS- und ADS-Kindern kann wahrscheinlich durch die Neurofeedback-Therapie geholfen werden.

Neurofeedback als Alternative zu Ritalin?

Allein durch die Kraft der Gedanken ADHS und ADS therapieren - geht das? Die Neurofeedback-Therapie soll betroffenen Kindern helfen, ihre Hirntätigkeit zu lenken und ihre Gedanken zu fokussieren. So könnte das Gehirntraining für viele Kinder mit ADHS oder ADS eine Alternative zur Behandlung mit Ritalin werden.

Neurofeedback ist eine Art Gehirntraining gegen die Aufmerksamkeits- und Hyperaktivitätsstörungen ADHS und ADS. Bei Kindern, die an ADHS leiden, ist die Hirnaktivität verändert. Durch das Neurofeedback sollen die Kinder lernen, ihre Hirnaktivität selbstständig zu beeinflussen. Dazu werden die Betroffenen an einen Computer angeschlossen, der die Gehirnströme misst. Diese Gehirnströme werden auf dem Bildschirm visualisiert. Im Training üben die Kinder, mit Hilfe ihrer Gedanken das zu tun, was ein Symbol in der Bildmitte vorgibt. Zeigt es nach oben, muss das Kind ein entsprechendes Bild (beispielsweise einen Storch) auch nach oben bewegen - allein durch die Kraft seiner Gedanken. Das funktioniert jedoch nur, wenn sich das Kind bewusst konzentriert und dadurch bestimmte Gehirnwellen produziert, die vom Computer entsprechend bildlich umgesetzt werden. Damit der Storch wieder absteigt, muss das Kind seine Gedanken wieder treiben lassen. So sollen die Kinder trainieren, ihre Gedanken bewusst zu steuern. Durch welche Denk-Strategien das funktioniert, ist sehr individuell und wird mit dem Kind zusammen erarbeitet. Wenn es klappt, bekommt das Kind ein positives Feedback, beispielsweise eine Sonne, die aufleuchtet. So wird das Kind nach und nach darauf trainiert, genau die Frequenzen per Gedanken zu erzeugen, die gerade gefragt sind. Ziel ist, dass das Kind mit der Zeit lernt, dieses Verhalten auch in anderen Situationen abzurufen.

Das Kind soll lernen, sein Gehirn regelmäßig zu trainieren

Am Institut für medizinische Psychologie der Universität Tübingen forscht man schon seit Ende der 70er Jahre, was es mit Neurofeedback auf sich hat. Psychotherapeutin Dr. Ute Strehl arbeitet seit fünf Jahren an der bisher größten Studie zu dem Thema: "In unserer letzten Studie hat man gesehen, dass Kinder mit ADHS, die ein Neurfeedback-Training bekommen, sich sehr viel mehr verbessern als Kinder, die ein anderes Training bekommen haben." Dass Neurofeedback bei ADHS wirkt, davon ist sie überzeugt. "Nicht das Denken hilft gegen ADHS, sondern die verbesserte Regulations-Fähigkeit von Hirnaktivität. Das ist das, was hier trainiert wird", erklärt sie. Es geht also darum, dass das Kind lernt, sein Gehirn regelmäßig zu trainieren. So soll es lernen, sich besser zu konzentrieren. Denn Konzentrationsfähigkeit ist genau das, was ADHS-Patienten unter anderem fehlt.

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