GESUNDHEIT GESUNDHEIT

Neuer Mensch nach Amnesie: "Ich habe mein Leben vergessen"

"Ich habe mein Leben vergessen"
"Ich habe mein Leben vergessen" Max leidet unter Amnesie 00:03:24
00:00 | 00:03:24

Amnesie löschte sein altes Leben aus

"Ich habe mein Leben vergessen" - das musste sich Max Rinneberg irgendwann eingestehen. Nach einem eigentlich harmlosen Sturz erlitt der damals 17-Jährige eine Amnesie: Ab diesem Zeitpunkt konnte er sich an nichts mehr erinnern. Er erkannte weder Familie noch Freunde. Inzwischen ist Max neun Jahre älter - und ein ganz neuer Charakter geworden. Welche Fähigkeiten er behalten hat und was er wieder neu lernen musste – die ganze bewegende Geschichte sehen Sie im Video.

Was ist eine Amnesie?

Eine Amnesie ist eine Form der Gedächtnisstörung, bei das Erinnerungsvermögen eingeschränkt ist. Manchmal äußert sich die Störung innerhalb der zeitlichen Erinnerungen, mal können Betroffene nicht auf Gedächtnisinhalte zurückgreifen – eben je nachdem, welche Form der Amnesie vorliegt.

Die Krankheit kann beispielweise durch eine Gehirnerschütterung, ein Schädel-Hirn-Trauma, Epilepsie, Vergiftungen oder einen Hirnschlag ausgelöst werden. Der Gedächtnisverlust kommt dann zustande, wenn das Hirngewebe beschädigt wurde.

Welche Arten der Amnesie gibt es?

Bei der retrograden Amnesie, also der rückwirkenden Amnesie, können Betroffene sich nicht mehr an Geschehnisse vor dem schädigenden Ereignis erinnern. Bilder, Informationen und Fähigkeiten können nicht mehr ins Gedächtnis geholt werden.

Menschen, die unter einer anterograden Amnesie leiden, haben für eine bestimmte Zeit nach dem Ereignis Gedächtnisverlust. Auch die Merkfähigkeit ist dabei stark eingeschränkt. So können Dinge nur wenige Minuten behalten werden, ehe sie wieder vergessen sind. Diese Art des Gedächtnisverlusts ist auch unter Ekmnesie bekannt.

Eine weitere Form des Gedächtsnisverlusts ist die transiente globale Amnesie. Sie ist eine Kombination aus retro- und anterograder Amnesie. Meistens ist die vorübergehende Erkrankung nach 24 Stunden vorbei. Verwirrtheit und Orientierungsstörungen sind Symptome dieser Krankheit.

Außerdem gibt es noch eine Sonderform der Krankheit. Das sogenannte amnestische Syndrom: Dabei bleiben das Kurzzeitgedächtnis sowie motorische Fertigkeiten wie Fahrradfahren oder Schwimmen intakt. Tägliche Routinen können ohne Probleme ausgeführt werden. Was allerdings beschädigt ist, ist das episodische Gedächtnis. Dort werden persönliche und erlebte Informationen abgespeichert.

Wie stehen die Heilungschancen?

Wie erfolgreich eine Behandlung ist, hängt davon ab, von welcher Grunderkrankung die Amnesie herrührt. Epilepsie kann mit Medikamenten bekämpft und Patienten so weitestgehend ein normales Leben ermöglicht werden.

Eine Psychotherapie kann dazu beitragen, dass Patienten ihren traumatischen Gedächtnisverlust aufarbeiten und Erinnerungen bruchstückweise wiederkommen. Je nach Patient werden auch tiefenpsychologische oder verhaltenstherapeutische Ansätze eingesetzt. Da Stress häufig die Erinnerungsleistung verschlechtern kann, können außerdem Entspannungsmethoden wie autogenes Training oder Yoga helfen. Eine absolute Heilungschance ist allerdings nicht garantiert.

Ärzte raten Patienten zudem, an Bekanntes anzuknüpfen und sich mit vertrauten Dingen zu umgeben, um Erinnerungen hervorzuholen.

Bei chronischen Grunderkrankungen wie zum Beispiel Demenz oder Alzheimer sind die Erfolgsaussichten für eine Behandlung sehr gering.

Anzeige