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Neuer Allergie-Test verspricht rasche Hilfe

Neuer Allergie-Test: Hat das Leiden bald ein Ende?

Etwa jeder dritte Deutsche reagiert mittlerweile allergisch auf irgendeine Substanz - doch 90 Prozent aller Allergiker werden falsch behandelt. Grund dafür ist, dass es bei den meisten Allergikern schwierig ist herauszufinden, wogegen sie allergisch sind. Dank eines neuartigen Tests soll das jetzt ein Ende haben.

Neuer Allergie-Test verspricht rasche Hilfe
© the rock - Fotolia

Die Zahl der Allergiker in den Industrieländern nimmt stetig zu. Bei einer Allergie handelt es sich um eine Überreaktion des Körpers auf einen an sich ungefährlichen Stoff wie Blütenpollen oder Lebensmittelinhaltsstoffe. Was oft mit Heuschnupfen beginnt, kann unbehandelt oder zu spät erkannt beispielsweise in Asthma übergehen. Auch Ingo Rohrbach leidet schon seit Jahren unter seinen Allergien. Jedes Jahr im Frühjahr tränen die Augen und die Nase läuft. Auch Ärzte konnten ihm bisher nur mäßig Linderung verschaffen.

In der Regel verschreiben die Ärzte Antibiotika, um das Leiden in Schach zu halten. Doch nun soll eine neue Allergen-Chip-Technologie Patienten wie Ingo helfen. "Der Vorteil des Allergen-Chips ist, dass wir auf einen Schlag über 100 Allergene bestimmen können. Und wir brauchen nur eine relativ geringe Menge Blut des Patienten für dieses Verfahren“, erklärt PH Dr. med. Kristine Breuer, Allergologin am Dermatologikum Hamburg.

Allergie-Chip-Test kostet ab 160 Euro, ist aber sehr effektiv

Bevor diese Detailanalyse stattfindet, muss beim Patienten allerdings erst einmal ein grobes Screening gemacht werden. "Im Hauttest werden ganze Allergenquellen getestet. Dort schaue ich, ob der Patient auf Gräserpollen oder Tierhaare reagiert“, erläutert die Expertin. Dann werden die in Frage kommenden Allergene auf den Feldern des Chips aufgetragen. Durch das aufgetragene Blut kann beobachtet werden, ob Antikörper aus dem Blut mit den Allergenen auf dem Chip reagieren.

Beim neuen Allergen-Chip-Verfahren werden neben dem Hauptallergen auch diverse Nebenallergene sichtbar gemacht. Die Wahrscheinlichkeit, die tatsächliche Allergie bzw. den Allergieauslöser zu finden, steigt deutlich. Die Auswertung am Computer zeigt, wie stark ausgeprägt eine Allergie ist. „Je intensiver die Farbe hier ist, desto stärker ausgeprägt ist die Sensibilisierung“, sagt Breuer.

Leider wird der Allergietest derzeit noch nicht von den Krankenkassen übernommen. Die Kosten liegen - abhängig von der Klinik - zwischen 160 und 300 Euro. Doch bei Ingo Rohrbach hat es sich gelohnt. Die Untersuchung ergab, dass er eine Kreuzallergie hat: Gräser und Getreidemehle. Eine Diagnose, auf die er sechs Jahre hat warten müssen, die aber nun zu einer effektiven Behandlung führen soll. Damit er zukünftig den Frühling wieder genießen kann.

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