GESUNDHEIT GESUNDHEIT

Neue Tinnitus-Therapie: Tinnitracks-App soll Patienten helfen

Neue Hoffnung für alle, die unter Tinnitus leiden

Für Tinnitus-Patienten gibt es jetzt eine App auf Rezept, verschrieben vom Hals-Nasen-Ohren-Arzt. Mit Hilfe des kleinen Programms und der Lieblingsmusik des Patienten soll das nervige Pfeifen oder Fiepen im Ohr - oder genauer gesagt im Gehirn - therapiert werden. Immerhin leiden drei Millionen Menschen in Deutschland am Tinnitus. Wie die App genau funktioniert, zeigen wir Ihnen.

Tinnitus
Drei Millionen Menschen leiden in Deutschland am Tinnitus. © deutsche presse agentur

Gabriela Kistermann hat einen ständigen, lästigen Begleiter - und zwar in ihrem Ohr. Unter dem Tinnitus leidet sie schon seit knapp sieben Jahren. Keine Therapie hat der 56-Jährigen bislang geholfen. "Ich höre auf einem Ohr einen ziemlich hohen Pfeifton. Das ist sehr unangenehm", sagt Gabriela Kistermann. "Ich versuche den Ton zu verdrängen, was aber nicht so einfach ist", so die Tinnitus-Patientin.

Tinnitus entsteht im Hörzentrum des Gehirns. Die Überlastung einiger Nervenzellen führt zu der Wahrnehmung des störenden Geräuschs. Der Tinnitus liegt bei jedem Patienten auf einer speziellen Frequenz - genau die muss zu Beginn der Therapie beim Arzt bestimmt werden. Dann kommt die Musik ins Spiel.

Denn für die Therapie wird der fiese Pfeifton mit Hilfe von Musik und einer speziellen Technik quasi herausgefiltert. So beruhigen sich die betroffenen Nervenzellen und werden trainiert, den Tinnituston auszublenden. Täglich 90 Minuten die bearbeitete Musik hören - dann soll nach vier Monaten das Fiepen weniger werden. Erste klinische Studien belegen das.

Nutzer sollten bei Medizin-Apps vorsichtig sein

"Die Welt bewegt sich im digitalen Zeitalter natürlich auch im Bereich der Versorgung nicht mehr allein im Umfeld von Ärzten, im Umfeld von Krankenhäusern. Wir haben eher zufällig erkannt, dass die App Tinnitracks auf dem Weg ist, eine Alternative zur Behandlung von Tinnitus zu bieten", sagt Klaus Rupp von der Techniker Krankenkasse.

Generell sollten Nutzer bei Medizin-Apps aber auch vorsichtig sein. Und immer Rücksprache mit dem behandelnden Arzt halten, ob eine solche Therapiemöglichkeit in Frage kommt. Denn die digitale Gesundheit kann als Ergänzung sicherlich hilfreich sein. Einen Besuch beim Arzt ersetzt sie aber nicht.

Anzeige