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Neue Krebstherapie: Kelly Porters Immunsystem soll Tumore zerstören

Krebstherapie
Neue Hoffnung für Kelly Potter: Eine Immuntherapie soll der Schlüssel zur Bekämpfung von Krebszellen sein.

Das steckt hinter der revolutionären Krebstherapie

Kelly Potter hat wieder Hoffnung - und das, obwohl sie unter einer schweren Krebserkrankung leidet. Der Krebs hat sogar gestreut, Metastasen haben sich auch in Leber und Lunge gebildet. Aber die 35-jährige Engländerin blickt trotzdem voller Zuversicht der Phase entgegen, die jetzt beginnt. Denn Kelly Potter ist eine der ersten Patientinnen, an denen eine neue Behandlungsmethode getestet wird. Mit Hilfe eines speziellen Impfstoffs soll Kellys Immunsystem auf die Zerstörung von Krebszellen programmiert werden.

Die Ärzte des 'Guy’s Hospital' in London erwarten viel von der Methode. Nach der Manipulation soll das Immunsystem der Patienten die Krebszellen an einer bestimmten, besonders wichtigen Stelle angreifen - attackiert wird der Bestandteil, der dafür sorgt, dass die Zelle sich unendlich oft vermehrt. Dadurch wird der Tumor sterblich, und die Patienten leben weiter. Im Prinzip drehen die Mediziner die Machtverhältnisse im Körper wieder um. Wenn das Ganze denn funktioniert...

"Es ist fantastisch, Teilnehmer einer Studie zu sein, die so entscheidend sein kann", sagte Kelly Potter der englischen Zeitung 'The Independent'. Die erste Impfung gegen die Krebszellen hat sie Anfang Februar bekommen, sieben weitere Impfungen stehen noch aus. Begleitend wird auch eine Chemotherapie durchgeführt. "Ich hoffe, dass ich den Krebs so lange wie möglich bekämpfen kann", sagt Kelly. "Ich möchte einfach kämpfen und anderen Krebskranken Mut machen."

Der Impfstoff, auf den Kelly Potter und die Mediziner hoffen, enthält Bestandteile eines Enzyms namens hTERT, das die Teilung von Krebszellen ermöglicht. Wenn die Theorie der Mediziner zutrifft, produziert das Immunsystem als Reaktion auf die Impfung Antikörper gegen das Enzym und greift die Krebszellen an. Möglicherweise würde sie sich als Nebenwirkung leicht erkältet fühlen, kündigten die Ärzte Kelly Potter an. Das wird die junge Frau in Kauf nehmen. Schließlich hat sie schon ganz andere Dinge überstanden. Ob die Therapie tatsächlich anschlägt, wird sich erst nach einigen Wochen zeigen. Kelly muss in nächster Zeit also nicht nur Hoffnung aufbringen, sondern auch Geduld.

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