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Neue Befruchtungstechnik: Unfruchtbare Männer können wieder Kinder zeugen

Künstliche Befruchtung mit unreifen Spermien
Das Spritzen von Spermien in Eizellen ist bereits Routine in deutschen Befruchtungskliniken. © picture-alliance / dpa, Hans-Ulrich Osterwalder

Forscher verhelfen sterilen Männern zu gesunden Kindern

Auch wenn es Männer oft nicht wahrhaben wollen: Bleibt ein Paar auf Dauer ungewollt kinderlos, liegt das in 30 Prozent der Fälle am Mann. Nach Angaben des 'Tagesspiegel‘ sind rund ein Prozent aller Männer in Deutschland unfruchtbar. Was für die eine Hälfte eine Erleichterung in Sachen Verhütung bedeutet, kann für Männer mit leiblichem Kinderwunsch eine erschütternde Diagnose sein. Vor allem, weil längst nicht allen sterilen Männern mit einer künstlichen Befruchtung geholfen werden kann.

Doch all das könnte schon bald der Vergangenheit angehören: Japanischen Forschern des 'Institutes for ART‘ (Assisted Reproductive Technology) in Fukuoka gelang jetzt ein Durchbruch in der Befruchtungsmedizin. Dabei werden unreife Spermien, die noch keinen Schwanz zur Fortbewegung haben, in die Eizellen gespritzt.

Bereits 14 gesunde Kinder von zwölf unfruchtbaren Männern

Intracytoplasmatische Spermieninjektion
Bei einer künstlichen Befruchtung werden Spermien in eine Eizelle injiziert. © picture alliance, CHROMORANGE / Bilderbox

Denn oftmals liegt der Grund für die Zeugungsunfähigkeit in einer Störung der Spermienproduktion: Unfruchtbare Männer haben meist keine oder zu wenig reife, 'runde‘ Spermien in ihrer Samenflüssigkeit. Können daher nicht ausreichend runde Spermien injiziert werden, schlägt eine künstliche Befruchtung fehl. Daher waren sterile Männer mit Kinderwunsch bislang meist auf fremde Samenspender angewiesen.

Neu ist die Befruchtungsmethode der japanischen Forscher an sich allerdings nicht: Bereits im Jahr 1996 wurde das erste Baby durch eine 'runde Spermatideninjektion‘, geboren. Allerdings war die Erfolgsrate der Methode noch sehr gering und die Angst der Bevölkerung vor künstlichen Befruchtungen groß.

Mithilfe der verbesserten Befruchtungstechnik aus Japan konnten jetzt bereits 14 gesunde Kinder von zwölf unfruchtbaren Männern gezeugt werden. Zwar handelt es sich dabei immer noch um eine vergleichsweise geringe Erfolgsquote von 16 Prozent, was viele Kritiker der Methode hervorruft, aber trotzdem: Für unfruchtbare Männer ist diese Methode ein großer Schritt in die richtige Richtung. Zudem, keines der Kinder zeigte genetische oder körperliche Einschränkungen.

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