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Nein sagen: So formulieren Sie Verbote am besten

Sagen Eltern zu oft "Nein"?

Sie bocken herum, toben nur zu gern und Regeln sind ihnen egal: So manches Kind bringt seine Mütter damit an den Rand des Wahnsinns. Und welches Wort fällt dabei wohl in mehr oder minder regelmäßigen Abständen? Genau: ein deutliches „Nein!“ Aber hören Kinder überhaupt darauf?

Nein sagen: So formulieren Sie Verbote am besten

„Nein, lass das sein!“: Wie oft sagen Eltern das eigentlich zu ihren Kindern? Wir haben ein Experiment dazu gemacht und eine Familie einen Tag lang mit der Kamera begleitet. Zählen wir also mal nach, wie viele Verbote eine Mama ihrem Sohnemann pro Tag aufdrückt.

Der Tag beginnt um acht Uhr am Frühstückstisch, doch bevor überhaupt gegessen wird, fallen schon die ersten Neins: „Setz dich ordentlich hin. – Nein, nein, nein nicht so.“ Sage und schreibe sieben Verbote fallen alleine schon in den ersten 15 Minuten. Und im Laufe des Frühstücks schafft die Mutter es noch weitere acht Mal, „Nein“ zu sagen. Dabei hat der Tag doch erst angefangen.

Weiter beim wöchentlichen Einkauf mit den Kindern. Der fünfjährige Finn will mithelfen, doch im stressigen Alltag rutscht Nicole wieder ein Verbot heraus: Schon das 17. „Nein“ des Tages. Am Ende des Experiments sind es 22.

Diplom-Pädagogin Anja Pototzki schaut sich die Videos der Familie an und bewertet Nicoles Verhalten aus Expertensicht. Sie weiß, Verbote und ein „Nein“ sind in der Erziehung kaum vermeidbar und sogar wichtig, zum Beispiel in Gefahrensituationen. Entscheidend ist also, wie man das ‚Nein‘ einsetzt. Nur nicht zu oft. Dann hören die Kinder irgendwann nicht mehr darauf. Verbote sind für Kinder wichtig, aber bitte wohl dosiert.

Besser mehr Lob als Verbote

Der Ratschlag der Expertin, die Kinder weniger mit Verboten zu bombardieren ist machbar, wenn man sich an ein paar Regeln hält: Sprechen Sie bestimmte stressige Situationen, wie zum Beispiel den Familieneinkauf, vorher mit den Kindern durch. Und wenn von Ihnen ein Nein zu den Kindern fällt, dann begründen Sie dieses immer. Das hilft, Streit gar nicht erst ausbrechen zu lassen.

Also: Weniger schimpfen – und lieber mehr loben. Denn Lob baut Kinder auf und macht sie selbstbewusster, was sehr wichtig für die Entwicklung der Kleinen ist.

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