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Neid: Wenn die Freundin den Mann nicht gönnt

Neid: Wenn die Freundin den Mann nicht gönnt

Frisch verliebt: Können Sie dem Urteil ihrer Freundin trauen?

Ich stelle oft Männer an den Pranger, denen es an Herz und Geist mangelt, ich schone wirklich keinen Bösewicht. Das könnte manchmal den Eindruck erwecken, als seien Frauen die besseren Menschen. Leider nein. Es gibt Frauen, die eine echte Plage sind. Weil es ihnen ebenfalls an Herz und Geist mangelt.

Dieser Mangel zeigt sich bei den Damen gern in dieser perfiden Verhaltensweise: „Frau“ tut so, als wenn sie einer Geschlechtsgenossin einen besonders großen Gefallen tun möchte. Indem sie vor einem Mann warnt, den die Freundin oder Bekannte oder Nachbarin gerade kennengelernt hat und richtig toll findet.

Das falsche Spiel läuft oft so ab: Ein netter Frauenabend, alle amüsieren sich wie Bolle, der Prosecco fließt in Strömen. Man wird redselig, jede Frau erzählt, was sie gerade erlebt hat. Mit Männern. Natürlich. In den seltensten Fällen geht es um das Bruttosozialprodukt oder Melkmaschinen. Eine der Frauen kann es kaum erwarten, endlich zu Wort zu kommen. Sie platzt fast, denn sie hatte gerade ein Date mit einem Mann, es war herrlich, sie will ihren Freundinnen von diesem wunderbaren Ereignis vorschwärmen.

Sie beginnt, das Date in jedem Detail zu beschreiben, was hat er gesagt, was hat sie gesagt, wann hat er sie geküsst, wenn er sie geküsst hat, wie war es im Bett, wenn sie mit ihm im Bett war. Hat er sich danach gemeldet? Was hat er gesagt oder geschrieben? Alle merken: Die hat es erwischt.

Während die frisch Verliebte all das zum Besten gibt, leuchten ihre Augen, sie strahlt. Wie jemand eben aussieht, der glaubt, möglicherweise die Liebe seines Lebens getroffen zu haben. Mich rührt so etwas sehr. Frisch Verliebte haben eine Art Heiligenschein, sind quasi Heilige, denen ich nur Gutes tun möchte.

Man sollte die Liebe nicht schon im Keim ersticken

Das sehen andere Frauen ähnlich, aber: Sie verkennen ihre Motive. Sie sind neidisch. Das wissen sie meistens nicht.

Es kann vorkommen, dass eine von diesen neidischen Nattern den Traummann kennt, den die Verliebte anhimmelt. Die Welt ist ja klein. Es kann auch vorkommen, dass die Natter den Mann kennt, ihn furchtbar findet, vielleicht weil er wirklich einen schlechten Charakter hat oder weil er sie verschmäht hat. Und sie deshalb sauer ist und ihn schlecht machen will.

Also tönt diese Frau: „Mensch, den Fritz, den kenne ich, das ist ein schlimmer Finger. Er hat die halbe Stadt flachgelegt! Hände weg von ihm!“.

Diese Äußerung soll eine Warnung sein, jede Natter würde beteuern, dass das ein Akt der Menschenliebe sei, die „Wahrheit“ auf den Tisch zu knallen. Doch wem ist damit geholfen? Und: Was ist die Wahrheit? Vielleicht stimmt es, vielleicht ist Fritz blöd. Vielleicht auch nicht. Vielleicht hat er sich auch geändert. Alles ist möglich.

Deshalb sollte man, wenn man Herz und Geist besitzt, lieber schweigen und eine arme, verliebte Frau nicht aus dem Konzept bringen. Denn jede Verliebte, die das hört, erbebt innerlich, wird misstrauisch, kann Fritz nicht mehr unvoreingenommen gegenübertreten.

Jede von uns muss ihre Erfahrungen selber machen. Das macht die Liebe möglicherweise nicht leichter, auf diese Weise gibt man dem Entstehen der Liebe aber überhaupt erst eine Chance! Wichtig ist, dass man als Freundin den Mund aufmacht und da ist, wenn getröstet werden muss.

Eure Birgit

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