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Naturkosmetik: Wie gut sind Naturprodukte?

Naturkosmetik: Wie gut sind Naturprodukte?
Gut für die Haut und den Look: Naturkosmetik © Monkey Business - Fotolia

Naturkosmetik ist gut für die Haut

Die Zeiten, in denen Reformhaus-Kundinnen als spießige Öko-Tanten oder verrückte Esoterikerinnen verschrien waren, sind endgültig vorbei. "Lohas" heißt das neue Zauberwort – ein neuer Trend aus Amerika, der für "Lifestyle of Health and Sustainability" (meint Luxus im Einklang mit Ethik, Gesundheit und nachhaltiger Nutzung von Ressourcen) steht. Im Nahrungsmittelbereich rollt die Bio-Welle ja schon länger, nun hat sie endgültig auch die Beauty-Branche in Beschlag genommen.

Von Kathrin Dodenhoeft

Wie bei so vielem, war auch hier Madonna die Trendsetterin: Vor Jahren bereits verkündete die Pop-Ikone, die Produkte der kleinen schwäbischen Firma Dr. Hauschka zu lieben. Das Unternehmen konnte daraufhin eine beinahe explosionsartige Nachfrage verzeichnen und seine Produkte werden mittlerweile auch von vielen anderen Prominenten und Hollywood-Größen genutzt. Ökologisch korrektes Verhalten ist eben "in", und ist nebenbei auch noch besser für die Gesundheit – so sind beispielsweise Haarfärbemittel aus natürlichen Rohstoffen erwiesenermaßen wesentlich besser für die Haare als konventionelle Mittel.

Doch was ist dran an der Bio-Kosmetik – abseits vom Hype?

Naturkosmetik bedeutet zunächst einmal, dass in dem so bezeichneten Produkt …

pflanzliche Rohstoffe aus kontrolliert-biologischem Anbau verwendet wurden;

keine tierischen Rohstoffe enthalten sind;

das Produkt nicht an Tieren getestet wurde;

keine künstlichen Konservierungsstoffe eingesetzt wurden;

auf synthetische Farb- und Duftstoffe, sowie auf Silikone und Erdölprodukte wie Paraffine verzichtet wurde.

Zusätzlich haben sich die entsprechenden Firmen dem Einsatz von umweltfreundlichen Verpackungen, dem Engagement gegen Gentechnik und für die Verwendung von fair gehandelten Rohstoffen verschrieben.

Naturkosmetik ist jedoch noch immer kein geschützter Begriff – darum muss man beim Kauf darauf achten, ob da wo Bio drauf steht, auch wirklich Bio drin ist. Es gibt mehrere Zertifizierungen, an denen man sich orientieren kann, darunter das Siegel "Kontrollierte Naturkosmetik" des BDIH (Bundesverband Deutscher Industrie- und Handelsunternehmen), welches als sehr zuverlässige Kennzeichnung gilt, oder das internationale Siegel ECOCERT. Faustregel: Wenn das Produkt eines der Siegel aufweist, besteht es zu mindestens 95% aus natürlichen Stoffen.

Auch auf "herkömmlichen" Kosmetik-Produkten liest man oft von enthaltenen Pflanzenwirkstoffen. Hier sollte man vorsichtig sein, denn es gilt: Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile. Nur weil ein Produkt Olivenöl enthält, sollte man keine Wunder erwarten – auf die gesamte Zusammensetzung kommt es an. Und: Ein Produkt ist nicht automatisch Naturkosmetik, nur weil Pflanzenextrakte eingesetzt werden. Auf die Herstellungsverfahren kommt es an – und die sind wiederum nur an einer Zertifizierung zweifelsfrei zu erkennen.

Wirkstoffe aus der Natur

Statt chemischer Verbindungen setzen die Hersteller auf uralte Geheimnisse der Pflanzenwelt. So gelten die Wirkung der Kamille oder Ringelblume schon lange als erwiesen, früher wie heute werden sie als Heilpflanzen oft eingesetzt. Doch auch andere Pflanzenextrakte werden zunehmend populär. Der neueste Trend sind fast alle Arten von grünen Pflanzen, die als Energiespender geschätzt werden. Die Extrakte werden dabei mittlerweile in allen möglichen Pflegeprodukten genutzt: Vom Shampoo über die Fußcreme bis zur Haarfarbe. Einige der momentan beliebtesten Wirkstoffe stellen wir hier kurz vor.

Grüner Tee für die Haut

In China und Japan weiß man es schon lange: Grüner Tee hält jung und fit. In Asien gehört er bereits seit 5000 Jahren zum Alltag. Diese Wirkung entfaltet sich nicht nur beim Trinken, sondern auch bei der Verwendung in Kosmetikprodukten. Der Tee-Extrakt enthält sogenannte Antioxidanzien, die schädliche Oxidationsprozesse im Körper herabsetzen und somit den Alterungsprozess der Zellen verlangsamen. So bekämpft er Fältchen, wirkt beruhigend und macht die Haut widerstandfähiger gegen Umwelteinflüsse. Besonders geeignet sind Produkte mit grünem Tee somit für stressgeplagte Frauen, die sich wenig bewegen, sowie, wegen der straffenden Wirkung, für die Haut ab 35.

Algen sind nicht eklig

Wenn sie uns im Meer oder Badeseen begegnen, freuen wir uns meist gar nicht sie zu sehen, auf der Haut aber tun die Meeresgewächse richtig gut! Solche Algen stammen meist aus den Tiefen des Atlantiks, wo das Ökosystem des Meeres noch intakt ist. Sie enthalten wichtige Mineralstoffe und Spurenelemente wie Jod, Kalzium und Magnesium – dazu kommen wertvolle Aminosäuren und Vitamine. Meeresalgen spenden der Haut besonders intensiv Feuchtigkeit und wirken beruhigend auf empfindliche Haut, die zu Rötungen neigt. Zusätzlich wirken sie entschlackend und bringen den Stoffwechsel in Schwung, weshalb sie nicht nur in Kosmetikprodukten, sondern auch als Nahrungsmittel und Algentherapie in Form von Bädern und Packungen vorkommen.

Grüne Trauben für den Teint

Auch die grünen Trauben lassen sich beinahe vollständig für kosmetische Zwecke verwerten: sowohl Fruchtfleisch, Schale als auch Kerne enthalten wertvolle Stoffe, die eine schöne Haut zaubern können. Die Kerne beispielsweise enthalten das reichhaltige Traubenkernöl, welches gerade von trockener und sensibler Haut sehr gut aufgenommen wird, da es eine hautähnliche Struktur aufweist. Das Fruchtfleisch enthält viele Vitamine und Nährstoffe und sorgt für einen frischen Teint, während die Schale durch die enthaltenen Antioxidanzien die Haut vor vorzeitiger Alterung bewahrt.

Universaltalent Olive

Wie der grüne Tee enthält auch die Olive Antioxidanzien. Somit wirken auch Pflegeprodukte mit Olivenextrakten beruhigend, stärkend und ausgleichend auf die Haut. Und nicht nur das: Auch für die Haare sind die Oliven wirkliche Wunder. Trockene, strapazierte Haare werden durch Olivenextrakte wieder glatt und geschmeidig. Doch nicht nur die eigentliche Frucht ist nutzbar: Auch die Olivenblätter enthalten hautstraffende Stoffe, die in Anti-Aging-Produkten zum Einsatz kommen. Die Kerne der Olive werden oft in Peeling-Produkten verwendet.

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