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Naturheilkunde: Unterstützung für Schwangere und Paare mit Kinderwunsch

Svea Vollbrecht nimmt den Puls ihrer schwangeren Patientin Angie.
Die Heilpraktikerin Svea Vollbrecht misst bei ihrer schwangeren Patientin Angie den Puls. © RTL / Alexandra Hinske

Naturheilkunde als Alternative zur Schulmedizin

Ein Besuch beim Heilpraktiker kann helfen, wenn die Schulmedizin nicht weiter weiß. Besonders Schwangere suchen parallel zu der normalen Behandlung oft nach alternativen Wegen, damit es ihrem Kind gut und auch bei Paaren mit einem unerfüllten Kinderwunsch kann eine heilpraktische Behandlung helfen.

Von Alexandra Hinske

Mit ruhiger und leiser Stimme spricht Svea Vollbrecht zu ihrer neuen Patientin Angie auf der Massageliege in einem Praxisraum. An den Wänden hängen Bilder der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) auf die sich die Heilpraktikerin spezialisiert hat. Vier kleine, zarte Nadeln sticht sie in die Arme ihrer hochschwangeren Patientin. Jeweils zwei an die Innenseiten der Handgelenke, zwei in die Armbeugen. Die 33-Jährige nimmt sich dafür Zeit, Stress und Hektik scheinen Fremdwörter zu sein. Während Svea Vollbrecht sanft mit ihr spricht, schaut ihre Patientin zwar etwas skeptisch, wirkt ansonsten aber sehr entspannt. Dann verlässt die Heilpraktikerin den Raum. Ihre Patientin soll ungefähr 15 Minuten ruhen und hat die Augen bereits geschlossen.

Nach der Ruhephase entfernt Svea Vollbrecht die Babynadeln behutsam, erkundigt sich nach Angies Befinden und misst ihren Puls, bevor die Patientin aufsteht. Ihr gefiel die Sitzung und sie möchte gerne wiederkommen. Da sie sich aber bereits im achten Monat befindet und Hebammen häufig eine geburtsvorbereitende Akupunktur anbieten, rät Svea Vollbrecht ihr, vorher mit dieser zu sprechen. Einer parallelen Behandlung stünde dann nichts mehr im Wege.

Heilpraxis als Lösung, wenn der Arzt nicht weiter weiß

Svea Vollbrecht führt bei ihrer Patientin Angie eine Akupunktur durch.
Um Angie während der Schwangerschaft zu stärken, führt Heilpraktikerin Svea Vollbrecht eine Akupunktur durch. © RTL / Alexandra Hinske

Neben der unerlässlichen Schulmedizin nehmen viele Schwangere, aber auch Paare mit Kinderwunsch, die Naturheilpraxis in Anspruch. Um die Beschwerden entsprechend zu erörtern und sich dann gemeinsam für eine Behandlungsform entscheiden zu können, führt Svea Vollbrecht zunächst immer ein Gespräch mit ihren Patienten. Nach ihrer Erfahrung gehen die meisten erst mit ganz konkreten Beschwerden zum Heilpraktiker, weil ihr Arzt zwar eine Diagnose stellen konnte, ansonsten aber nicht weiterkommt. Im Gegensatz zur Schulmedizin arbeitet Svea Vollbrecht dann mit den fünf Wandlungsreichen der TCM und überlegt, welche Probleme wirklich dahinter stecken könnten. Symptome im Element Metall, in dem die Lunge liegt, können beispielsweise auch auf ein Problem im Element Holz hindeuten, das die Leber sowie die Gallenblase beinhaltet. Dafür ist das ohnehin unerlässliche persönliche Gespräch mit den Patienten sehr wichtig. Durch diese Unterhaltungen erfährt Svea Vollbrecht von früheren Krankheiten und durch Kindheitserinnerungen im Idealfall auch, bei welchem Organ und Element die ersten Probleme aufgetreten sind.

Damit sie alle nötigen Informationen erhält, stellt Svea Vollbrecht teilweise sehr persönliche Fragen, bei denen es besonders wichtig ist, dass sie und der Patient sich aufeinander einlassen. Das kann aber dauern: "Viele Dinge erfährt man über die Patienten erst nach ein paar Sitzungen, wenn die Anamnese (Anm. d. Red.: Vorgeschichte einer Krankheit) bereits aufgenommen wurde", verrät Svea Vollbrecht. Neben dem zu Beginn vielleicht noch fehlenden Vertrauen, hängt das ihrer Meinung nach auch damit zusammen, dass viele Menschen ihre Krankheiten aus der Kindheit, zum Beispiel Ohrenschmerzen, fälschlicherweise nicht als wichtig für eine zukünftige Behandlung ansehen. "Je mehr ich über meinen Patienten weiß, desto besser kann ich mich auf ihn einstellen und desto eher finden wir eine Lösung, wenn er bestimmte Beschwerden hat", erklärt die Heilpraktikerin.

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